Steckbrief USA

  • Drittgrößter Staat der Erde
  • Gesprochene Sprache: Englisch
  • Währung: US-Dollar
  • Entfernung zu Deutschland: Miami 7.845 km, Los Angeles 9.271 km
  • Persönliche Ziele: Am Pazifik ankommen, Nationalparks besichtigen, Amerika noch besser kennenlernen 

Vom Atlantik an den Pazifik

Barbados zu verlassen....


... fiel uns nicht leicht. Die Landschaften, tollen Strände und vor allem die Gelassenheit und Hilfsbereitschaft der Leute hat uns tief beeindruckt. Nichtsdestotrotz haben wir nach fünf Wochen gefühlt alles auf Barbados gesehen, was man auf der Insel so erkunden kann. Speziell meine Wenigkeit freut sich jetzt auch aufs Autofahren, hier in den USA darf und will ich als Zweitfahrer auch ran. 

Unsere Anreise verlief recht unspektakulär, wobei man zu Corona-Zeiten doch sagen muss, dass ein wenig Nervenkitzel dabei ist. Wenn man zum Beispiel fünf Stunden vor dem Flug nicht weiß, ob man überhaupt mitfliegen darf, weil das negative Testergebnis zwar mündlich, aber noch nicht schriftlich vorliegt, kann das schon mal zu der ein oder anderen Schweißperle auf der Stirn führen. Auf der anderen Seite, was soll schon passieren, wir haben ja Zeit. Im Zweifel bucht man um, auch kein Problem.

In Miami angekommen, ging die Einreisekontrolle mega schnell. Wir wurden weder großartig in die Mangel genommen noch mussten wir Fingerabdrücke abgeben. Allerdings sind wir bestimmt noch von unseren vorherigen Reisen im System und durften vielleicht auch deswegen problemlos rein. Die Zeit, die wir bei der Einreise gespart haben, ging dann aber fürs Abholen des Gepäcks drauf. Meine Herren, das war kompliziert. Ausgeschildert war, dass das Gepäck unseres Fliegers an Band acht ankommen soll. Nachdem wir alle dort eine Stunde gewartet hatten und die ersten Leute, die noch einen Weiterflug hatten, schon ungeduldig wurden, wurden wir zu Band sechs geschickt. Dort kamen dann auch in der Tat ein bis zwei Gepäckstücke an, bevor wir wieder zu Band acht zitiert wurden, nur um dann zufällig auf Band zehn unsere ganzen Koffer vorzufinden. Kurze Randnotiz: Ausgeschildert war die ganze Zeit Band acht. Ich kann schon verstehen, dass da einige Mitreisende ein wenig ungehalten wurden.

In Miami bleiben wir nun zwei Tage, vorwiegend, weil wir morgen mit einer lieben (ehemaligen) Arbeitskollegin, die wir schon einmal besucht haben, zum Mittagessen verabredet sind. Übermorgen dann geht es Richtung Orlando, dort werden wir ein paar Tage verweilen und viel Wandern gehen - wir werden berichten. Bis dahin, macht es gut und bleibt gesund!

(veröffentlicht am 12.02.2022)

Dem Atlantik....


... haben gestern sowohl Ernest als auch wir vorerst Lebewohl gesagt (den Golf von Mexiko zähle ich mal separat), voraussichtlich werden wir ihn erst in Brasilien im Mai wiedersehen. Krasse Vorstellung!

Unser Zwischenstopp in Miami verlief soweit gut. Wie angekündigt haben wir vorgestern eine liebe ehemalige Kollegin, mit der ich vor zehn Jahren schon gemeinsam bei hotel.de gearbeitet habe und die wir im Laufe der Zeit immer mal wieder gesehen haben, zum Mittagessen getroffen. Ich muss sagen, die Branche vermisse ich ein wenig, es ist einfach toll, überall auf der Welt Kollegen zu haben, die man besuchen kann. :-)

Miami selbst wird nach wie vor nicht zu unserer Lieblingsstadt. Klar, man kann dort sicherlich gut wohnen, die Häuser sind alle sehr hübsch, es ist an sich alles sehr gepflegt, der Strand ist um die Ecke, es gibt viele tolle Parks und unternehmen kann man natürlich auch total viel. Trotzdem fehlt es uns ein bisschen an Flair und das Herausgeputzte ist auch nicht so unseres. Um Ligia, meine Kollegin, zu treffen und als Startpunkt für unsere Tour war Miami aber ideal!

Was wir zugeben müssen, ist, dass wir durchaus einen Kulturschock haben. Barbados war klein, übersichtlich, familiär und, was Corona angeht, äußerst vorbildlich. In Amerika ist das anders - wobei das schon zu erwarten war. Wir sind ja nicht zum ersten Mal da und waren auf die Kultur vorbereitet, aber im direkten Vergleich zu Barbados ist alles riesig. Und damit meine ich nicht nur die Weite der Landschaften, sondern zum Beispiel auch die Supermärkte. Die schier endlose Auswahl an Brot, Obst, Gemüse oder Kaffee hat uns total überfordert. So viel Wohlstand kann irgendwie einfach nicht richtig sein. Corona scheint hier auch nur noch am Rande zu existieren, gefühlt tragen 40% der Menschen in Räumen eine Maske. Und in puncto Müll hat Amerika leider auch immer noch nichts dazu gelernt. Hier bekommt man nach wie vor alles aus Plastik vorgesetzt, unter anderem das Geschirr in den Hotels. Als wir gestern im Supermarkt unsere wiederverwendbare Einkaufstüte statt der angebotenen Plastiktüten benutzt haben, wurden wir doch leicht schräg angeschaut. Das lief auf Barbados deutlich besser, dort versucht man (wie in Deutschland) auf Plastik zu verzichten. Ich fürchte, wenn das Thema Nachhaltigkeit in Florida noch nicht beachtet wird, wird es in Staaten wie Texas, durch die wir ja auch noch kommen, nicht besser. Trotzdem freuen wir uns auf unseren Trip von Ost nach West, die Landschaften sind hier einfach ein Traum und die Leute sehr nett und hilfsbereit. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten! Bis denne, bleibt gesund! 

(veröffentlicht am 15.02.2022)

Wir wissen jetzt wieder....


...  warum wir Amerika lieben. Heute war ein perfekter Tag. Wir sind ca. 45 Kilometer nordwestlich von Orlando zu einem Naturschutzgebiet gefahren, welches in der Nähe des Lake Apopka liegt und so einiges an Wanderwegen zu bieten hat. Wir hatten uns schon in Miami eine kleine Kühltasche gekauft, die wir nun, da wir mit einem Mietwagen unterwegs sind, auch gut transportieren können. Wären wir wie auf Barbados nur mit den Backpacks und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, wäre so etwas natürlich nur unnötiges Zusatzgepäck. Da wir aber in Amerika viel wandern gehen werden und uns dabei selbst versorgen wollen, macht sich so eine Kühltasche durchaus bezahlt. 

Am Lake Apopka haben wir eine 10 Kilometer lange Tour unternommen, auf der sogar Ernest eine Schildkröte zu sehen bekommen hat. Diese allerdings hatte ziemlich Schiss vor ihm und hat sich lieber in ihren Panzer verkrochen. Darüber hinaus sind wir auf Alligatoren und sogar einen Florida Panther gestoßen. Letzterer erblickte mich von weitem und ich gleichzeitig ihn, wir hielten beide inne und beäugten uns. Während ich noch überlegte, wie man sich nun am besten verhält - im Falle von Bären und Alligatoren weiß ich es, da dies durchaus mal auf Hinweisschildern steht, von Panthern dagegen war leider noch nie die Rede - hatte er offensichtlich den größeren Respekt und nahm schnell Reißaus. So flink wie der war, wäre Wegrennen für uns Menschen auf jeden Fall die falsche Option gewesen...

Nach der Tour haben wir unser mitgebrachtes Mittagessen zu uns genommen, das geht in Amerika ja auch immer toll. In jedem Nationalpark oder Naturschutzgebiet gibt es überdachte Picknickplätze und auch sehr saubere Toilettenanlagen, so dass man wirklich in Ruhe Rast machen kann.

Nach der erholsamen Pause sind wir dann noch nach Winter Garden gefahren. Ich hatte gelesen, dass die Stadt ganz schön sein muss. Und ich muss sagen, wir wurden nicht enttäuscht. Das historische Viertel hat uns  sehr gut gefallen und lud zum Bummeln ein. Es gab hier viele schöne Backsteingebäude, kleine Cafés, Restaurants und leckeres Eis. Zudem liegt Winter Garden an einem sehr schönen Uferabschnitt des Lake Apopka mit weiteren tollen Wanderwegen. Uns hat es so gut gefallen, dass wir übermorgen noch einmal hinfahren und weitere Wanderungen von dort aus unternehmen wollen. Wir halten Euch auf dem Laufenden, lasst Euch in Deutschland nicht vom Sturm wegwehen und bleibt gesund!

(veröffentlicht am 16.02.2022)

Das kleine Örtchen Winter Garden...


... haben wir uns gestern, wie bereits angekündigt, noch einmal ganz in Ruhe angesehen und wir müssen sagen, wir sind schockverliebt. Von allen Städten, die wir bislang in Amerika gesehen haben, ist dies unser absolutes Highlight! Winter Garden hat alles, was man braucht: Eine historische Altstadt mit vielen kleinen Cafés, eine Markthalle mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten und selbstgebrautem Bier, mit dem West Orange Trail einen super ausgebauten Wander- und Radweg sowie mit dem Lake Apopka Zugang zu Wasser. Was will man mehr?!

Wir haben gestern insgesamt 22 Kilometer Strecke zu Fuß hinter uns gebracht (dafür haben wir uns abends noch ein Essen beim Mexikaner gegönnt), viele davon haben wir auf dem West Orange Trail bestritten. Dieser wurde 1994 auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke ins Leben gerufen, ist knapp 35 Kilometer lang und soll die Attraktion des Ortes und der Umgebung fördern. Wenn es nach uns geht, ist dies vollends gelungen!

Winter Garden an sich wurde 1903 gegründet und hat eine lebhafte Historie hinter sich. Zunächst entwickelte der Ort sich durch den Zugang zum Lake Apopka und dem dazugehörigen Tourismus sowie der Zitrusfrucht-Industrie drumherum prächtig - dies lässt sich am gepflegten Stadtbild durchaus noch erkennen. In den späten 60er Jahren allerdings verschlechterte sich die Lage zunehmends. Der Lake Apopka war zu dem Zeitpunkt sehr verschmutzt, was den Tourismus behinderte, und die Zitrusfrucht-Industrie begann durch schwere Fröste ebenfalls zu leiden. Durch diverse Maßnahmen, unter anderem dem neu geschaffenen West Orange Trail, konnte die Stadt aber wiederbelebt werden und ist nun ein zentraler Dreh-und Angelpunkt für diverse Ausflüge. Wir freuen uns sehr darüber!

Heute sind wir dann von Orlando nach Apalachicola gefahren und haben auf dem Weg zahlreiche schöne Stellen besichtigt. Mehr dazu gibt es aber beim nächsten Mal. Bis dahin, bleibt gesund und munter!

(veröffentlicht am 19.02.2022)

Für die 296 Meilen, ...


... also umgerechnet knapp 500 Kilometer von Orlando nach Apalachicola, haben wir gestern sage und schreibe zehn Stunden gebraucht. Das kam aber nicht überraschend, denn unser Motto für Amerika lautet ja "der Weg ist das Ziel". Aus dem Grunde haben wir auf der Strecke einiges an State Parks und Sehenswürdigkeiten mitgenommen. Ach, wen es übrigens interessiert, wir fahren einen Mazda CX-5, also einen kleinen SUV. Den haben wir uns gegönnt, weil wir auf den mehr als 4.000 Kilometern, die wir zurücklegen werden, komfortabel reisen wollen. Bislang wurden wir nicht enttäuscht, der Wagen fährt sich prima!

Auf der gestrigen Strecke hat uns der Fanning Springs State Park beeindruckt. Dort gibt es eine Bucht am Suwannee River, deren Wasser so glasklar und türkis ist, dass wir sogar Taucher gesehen haben. Jens und ich haben kurz überlegt, ob wir unsere Schnorchelutensilien aus dem Auto holen, allerdings hat uns bei ca. 15 Grad Außentemperatur doch der Mut verlassen. Aber auch vom Ufer aus konnte man schon viele Fische sehen. :-)

Durch Zufall sind wir gestern auch in einer scheinbar typisch amerikanischen Freizeitaktivität gelandet: dem Fahren von ferngesteuerten Autos. Am Cedar Lake haben wir eigentlich einen botanischen Garten besichtigt (leider vollkommen überteuert und absolut nicht schön, keine Ahnung, woher die guten Rezensionen auf Google kamen), wurden dann aber doch noch durch ein großes Treffen von Freunden ferngesteuerter Autos entschädigt, welches in direkter Nähe zu dem botanischen Garten stattfand. Wir haben mal grob überschlagen und denken, dass da ca. 1.000 Leute auf den Beinen waren und teilgenommen haben. Das Treffen an sich war aufgezogen wie man sich das in Amerika vorstellt. Die Liebhaber der kleinen Fahrzeuge kamen fast alle durchweg mit großen Pickup-Trucks oder anderweitig aufgemotzten Autos an, um dann über zwei Tage hinweg an mehreren Rennen auf unterschiedlichen Strecken mit den ferngesteuerten Wagen zu fahren. Die Leute bauten Pavillons auf, richteten ihre Camingstühle, schraubten an ihren kleinen Autos rum und fachsimpelten mit ihren Standnachbarn. Natürlich gab es mittags Burger, Hotdogs und Spare Ribs vom Food Truck zu erwerben. Alles in Allem also exakt so, wie man sich als Deutscher ein typisch amerikanisches Familienwochenende vorstellt. ;-)

Apalachicola selbst hat uns dann abends mit einem sehr schönen Sonnenuntergang empfangen. Zu dem kleinen Örtchen am Golf von Mexiko werden wir aber später noch berichten, bleibt also gespannt. Wir melden uns!

(veröffentlicht am 20.02.2022)

Apalachicola...


... kannten wir schon von einer früheren Durchreise, da hat uns das Örtchen schon sehr gut gefallen. Nun, da wir ein paar Tage Zeit haben, die Gegend zu erkunden, gefällt es uns noch viel besser.

Ursprünglich hatten wir Ende 2018 schon einmal vor, den Florida Panhandle zu bereisen und auch länger in Apalachicola zu verweilen. Damals hat uns aber Hurricane Michael einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht und wir konnten den Teil von Florida nicht besuchen. Umso schöner ist es, dass es jetzt klappt. Apalachicola wurde 1827 gegründet und schaut demnach auf eine lange Historie zurück. Der Name Apalachicola bedeutet aus der Sprache der Indianer übersetzt in etwa "Land der freundlichen Leute". Und vom Flair, den der Ort ausstrahlt, passt dies wie angegossen! Hier gibt es kleine Cafés, in den Restaurants Austern ohne Ende und wahnsinnig viele Kunstgalerien und Dekoläden. Für Frauen ein Traum sage ich Euch! Aber wir müssen ja das Budget im Blick behalten und können nicht einfach unser Haus zu Hause neu ausstatten, so gern ich es auch würde. ;-) Einige große Persönlichkeiten kommen auch aus der Stadt, wie zum Beispiel Dr. John Gorrie, der 1851 ein Patent für die künstliche Herstellung von Eis bzw. dessen Kühlung angemeldet hat. Zudem kann er getrost als der Erfinder der ersten Klimaanlagen angesehen werden.

Vom Hurricane in 2018 sieht man durchaus noch ein wenig, es gibt immer wieder Stellen in der Stadt, die brach liegen. Aber an sich wurde schon viel wieder aufgebaut und daher erstrahlt der Ort in neuem Glanz. Die Häuser hier sind größtenteils neu gestrichen, haben neue Fenster, Türen und Dächer erhalten und sehen daher makellos aus. Hier kann man definitiv noch ein Weilchen bleiben!

Nachdem wir gestern den Ort besichtigt und 12 Kilometer zu Fuß gemacht haben, haben wir heute mal das Auto genommen und die Gegend drumherum erkundet. Auch in diesem Teil von Florida gibt es sehr schöne National- und State Parks. Wir haben unheimlich viele Alligatoren, Rehe und auch eine Baby-Schildkröte zu Gesicht bekommen. :-) Nach einem langen Ausflug lassen wir den Abend bei einem Bier ausklingen und stoßen ganz speziell am heutigen Tag auf Dich, Christoph, an. Ohne Dich wäre diese Reise nie zustande gekommen. Wir vermissen Dich!

(veröffentlicht am 21.02.2022) 

Vorgestern...


... war ein rabenschwarzer Tag für die Demokratie, Europa und wahrscheinlich auch die ganze Welt. Wir sind in Gedanken ganz nah bei Euch und hoffen das Beste! Zugegebenermaßen macht uns das Reisen seit 2 Tagen nicht mehr ganz so viel Spaß, wir sprechen viel über die aktuelle Situation in der Heimat und sind ziemlich abgelenkt. Ich habe auch kurz überlegt, ob ich Euch jetzt weiter mit tollen Bildern und Berichten ausstatten oder die Beiträge besser aussetzen sollte und bin zu dem Entschluss gekommen, weiter zu schreiben. Ich kann mich noch an ziemlich dunkle Corona-Zeiten erinnern, als es in den Nachrichten und im Fernsehen einfach kein anderes Thema gab und man händeringend versuchte, leichte Kost als Ablenkung zu finden. Zumindest ging es mir stellenweise so. Daher versuchen wir Euch einfach weiter teilhaben zu lassen und bringen Euch vielleicht für ein paar Minuten auf andere Gedanken.

Der Florida Panhandle, den wir nun hinter uns gelassen haben, heißt übersetzt so viel wie Pfannenstiel und befindet sich im Nordwesten Floridas am Golf von Mexiko. Wenn Ihr Euch eine Karte bzw. die Silhouette von Florida anseht, wisst Ihr, wie der Name zustande gekommen ist. ;-) Wir kannten die Region ja schon von einer früheren Durchreise und damals hatten wir das Gefühl, viel zu schnell durchgerauscht zu sein. Jetzt, da wir mehr Zeit zur Verfügung hatten, können wir speziell den Teil im Knick zwischen "Pfanne" und "Pfannenstiel" sehr empfehlen. Wer Familien- und Aktivurlaub miteinander kombinieren will, ist hier goldrichtig. Auf der einen Seite hat man traumhafte, flach abfallende, weiße Sandstrände, auf der anderen Seite viele Möglichkeiten, Rennrad zu fahren (ja, es waren wirklich viele Radfahrer unterwegs!), Tennis oder Golf zu spielen und wandern zu gehen. Paradiesisch! Dazu kommt, dass man wirklich vielen Tieren begegnet, von den Alligatoren, Schildkröten und dem Panther hatten wir Euch ja, glaube ich, schon erzählt. Gestern gesellte sich auf der Durchfahrt noch eine Gruppe Delfine dazu, wir mussten direkt mal anhalten und sie beobachten.

Heute sind wir von Fort Walton Beach nach Pascagoula gefahren (weitestgehend am langen Küstenabschnitt entlang) und haben somit drei Staaten auf einmal bereist: Florida, Alabama und Mississippi. Auf dem Weg haben wir Halt in dem schönen Städtchen Pensacola gemacht und waren überrascht. Die Stadt war komplett in den Mardi Gras-Farben lila, grün und gelb geschmückt. Mardi Gras ist die französische Bezeichnung für den Faschingsdienstag und wir wussten schon aus New Orleans damals, dass das in der Region groß gefeiert wird. Und siehe da, wir sind durch Zufall nun mitten drin in der hiesigen Faschingszeit, das hatten wir gar nicht auf dem Schirm. Da der nächstgrößere Ort Mobile eh auf unserer To Do-Liste steht, werden wir dies wohl nun mit dem Besuch einer Parade verknüpfen. In Mobile feiert man seit zwei Wochen Fasching (was sicherlich daran liegt, dass Mobile als erste Stadt den Fasching in Amerika eingeführt hat) und die Umzüge und Veranstaltungen gehen noch bis einschließlich Dienstag. Wie gut, dass wir genau heute unser Hotel bezogen und bis Dienstag gebucht haben. Zufälle gibt's....

Mit einem Kölle Alaaf (wobei ich in Köln den Rosenmontag zugegebenermaßen immer versucht habe zu vermeiden) verabschieden wir uns heute. Ich bin mir sicher, wir melden uns in den nächsten Tagen mit vielen bunten Bildern wieder. Bleibt stark, wir denken an Euch!

(veröffentlicht am 25.02.2022) 

Gestern habe ich Euch...


... bunte Bilder vom Mardi Gras, dem hiesigen Karnevalsumzug versprochen. Und bitte, hier sind sie. :-)

Unser Tag begann schon ziemlich passend, da unser Frühstücksraum komplett in den Farben Grün, Lila und Gelb geschmückt war. In Mobile dann haben wir versucht, uns an einer guten Stelle (also einer, an der es nicht allzu voll war), zu positionieren. Man muss dazu sagen, auch hier hatten die Amerikaner wieder alles voll im Griff. Es wurden mitgebrachte Campingstühle am Straßenrand aufgestellt, die Kühlbox mit vorbereitetem Essen gleich daneben platziert, und wer richtig einen raushauen wollte, hatte sogar seinen eigenen Grill mit. Wie Amerikaner einen Familienausflug halt so machen. Gut gesellschaftlich integriert, haben wir uns dann erstmal einen Hotdog gegönnt. Leider war der mit 12 Dollar pro Stück so richtig teuer und hat noch nicht mal geschmeckt. Puh!

Die Umzugswagen an sich waren recht farbenfroh und hatten meistens etwas mit Musik zu tun. ZZ Top, Queen, Michael Jackson oder Prince durften da als Aushängeschilder der Wagen natürlich nicht fehlen. Dazwischen gab es immer wieder Fußgruppen wie Blaskapellen oder Cheerleader. Am coolsten war aber, dass es eigene Wagen gab, auf denen Bands live spielten, inklusive Schlagzeug, Gitarre und Bass - da kam direkt eine ausgelassene (Feier-) Stimmung  auf. 

Die vielen Kinder, die die Parade besuchten, waren auch gut vorbereitet. Sie kamen mit Tüten und Keschern bewaffnet an, um möglichst viele von den geworfenen Dingen zu erhaschen. Kamelle gab es nicht, dafür wurden aber abgepackte Kekse und ganz viel anderes Zeug wie Plastikketten zum Umhängen (Ihr erkennt diese ganz gut auf dem Bild mit Ernest, die Ketten waren so etwas wie ein Wahrzeichen, die ganze Stadt war schon damit geschmückt), Bälle oder Kuscheltiere in die Menge geworfen.

Nach dem Umzug feierte die Stadt natürlich weiter, Mobile hat viele Restaurants, Cafés und vor Kneipen, hier war ordentlich was los. Live Musik wurde ebenfalls auf der Straße gemacht bzw. erschallte diese stellenweise sogar von Balkonen. Die ganze Stadt war in Feierlaune und erinnerte uns sehr an New Orleans. Schade, dass unser Hotel eine halbe Stunde Fahrtzeit entfernt ist, ansonsten wären wir bestimmt immer noch in der Stadt und würden mitfeiern. :-)

So, jetzt quatsche ich mal mit Jens, was wir morgen so veranstalten wollen, wir haben nämlich noch keinen Plan, was man in der Region hier sonst noch Schönes anstellen kann. Ich werde berichten, wofür wir uns entschieden haben. Bleibt gesund und stark!

(veröffentlicht am 26.02.2022) 

Essen ist hier in den Südstaaten...


... zugegebenermaßen etwas schwierig für mich, aber das war mir vorher schon klar. Die erste Herausforderung ist, dass man hier in den USA selten Appartements inkl. Küche buchen kann, so dass selbst kochen ausscheidet. Jeden Tag ins Restaurant zu gehen, ist ebenfalls keine Option, da dies unser Budget nicht vorsieht und die Auswahl eigentlich immer mit viel frittiertem Fleisch / Fisch und Pommes verbunden ist. Ganz mein Ding sozusagen... Das aus unserer Sicht beste Essen gibt es beim Mexikaner, schönerweise sind mexikanische Restaurants hier wie Sand am Meer vertreten. Auch dieses Essen würde ich als eher deftig einstufen, allerdings fühlt es sich durch Bohnen, Mais, Avocado und Tomaten recht gesund an und ist mega lecker. :-)

Gut ist auch, dass in den Supermärkten eine große Variation an fertigen grünen Salaten und vorbereiteten Mikrowellengerichten wie Kartoffelbrei mit Spinat angeboten wird. So hat man zumindest einigermaßen die Möglichkeit, gesund und abwechslungsreich zu essen. In den Hotels gibt es standardmäßig immer einen kleinen Kühlschrank und eine Mikrowelle auf dem Zimmer, so dass man die Lebensmittel zumindest lagern bzw. aufwärmen kann. Wir verhungern also nicht. ;-)

Wir haben beobachtet, dass es in Amerika mittlerweile mehr Fahrradfahrer und auch extra Fahrradspuren auf den Straßen gibt, was durchaus eine aus unserer Sicht positive Entwicklung ist. Allerdings sind wir schon recht erschrocken über die Anzahl schwerst übergewichtiger Erwachsenen und vor allem Kinder. Es ist ein Wahnsinn, was die Eltern ihren Kindern antun und fürs Leben mitgeben. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass die Essenskultur mit Barbecue, Frittiertem und Burgern einem wahrscheinlich einfach keine andere Wahl lässt. Das typische Zusammenkommen beinhaltet IMMER ein gemeinsames Grillen mit viel Fleisch, da ist die Kultur einfach anders und das muss man anerkennen. Die frittierte Schweinehaut, die als Snack angeboten wird (seht Ihr ganz oben rechts im Bild), haben wir nicht gekauft. Das Foto musste reichen. ;-) 

Natürlich gibt es Gegenbewegungen zu der typischen Essensweise, vor allem in den großen Städten wie New York oder San Francisco ist es mittlerweile angesagt, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren bzw. Biofleisch zu essen. Allerdings ist das eher die Ausnahme und in der breiten Masse (Achtung Wortwitz!) noch nicht angekommen.

Seit heute sind wir nun in Texas, auch hier waren wir ja schon einmal. Ich fürchte, wenn sich in den letzten Jahren nicht drastisch etwas am Essverhalten der Texaner geändert hat, wird meine Auswahl in den nächsten Tagen eher geringer statt besser. Ich werde berichten! Bleibt gesund und tapfer!

(veröffentlicht am 01.03.2022) 

Heute kamen fast...


... Heimatgefühle auf, wie Ihr an der Windmühle und der Tulpe unschwer erkennen könnt. Aber eins nach dem anderen. Unser aktueller Aufenthaltsort Beaumont, ganz im Osten von Texas, ist keine wirkliche Schönheit, sondern eine typisch amerikanische Industriestadt. Wir haben sie aus sehr pragmatischen Gründen ausgesucht. Sie lag schlichtweg auf unserer Route gen Westen und die Hotels passen ins Budget. Hervorheben lässt sich, dass die Stadt sehr künstlerisch zu sein scheint. Im historischen Kern waren heute allerlei Sprayer unterwegs, die ihrer Kreativität an Wänden und Stromkästen freien Lauf ließen. Im Reiseführer hatte ich schon gelesen, dass es rund um das Kunstmuseum einiges an Skulpturen und Wandmalereien zu entdecken gibt und wir wurden nicht enttäuscht. 

Im Nachbarörtchen Nederland (in der Tat, Ihr habt richtig gelesen, hier wird das Land zur Stadt), fühlten wir uns der Heimat plötzlich ganz nah. Der Ort wurde 1897 von Niederländern gegründet und ein paar Nachfahren wohnen wohl auch immer noch in der Region. Überlieferungen zufolge fühlten sich die ersten Siedler durch das flache Land drumherum sowie durch die Küstennähe an ihr Zuhause erinnert und beschlossen daher zu bleiben. Selbstverständlich dürfen in einem echten niederländischen Dorf eine Windmühle und blühende Tulpen nicht fehlen. ;-)

Morgen geht es für uns weiter ins tiefere Texas, wir fahren von Beaumont nach San Antonio. Auf der ca. 500 Kilometer langen Route haben wir uns schon einen State Park ausgeguckt, in dem wir eine schöne, lange Pause mit Wandern einlegen werden. Die Verpflegung für morgen haben wir auch schon organisiert (es gibt Salat, was sonst ;-) ) und das Wetter soll auch gut werden. In San Antonio bleiben wir dann zwei Nächte, wir kennen die Stadt schon und sie hat uns damals sehr gut gefallen. Wir werden Euch mit Fotos und Berichten versorgen! Bleibt stark und gesund!

(veröffentlicht am 02.03.2022) 

Die 500 Kilometer...


... von Beaumont nach San Antonio haben wir gut hinter uns gebracht. Heute Morgen konnten wir allerdings erst verspätet starten. Seit vielen Kilometern hatten wir einen kleinen Riss in der Windschutzscheibe, das sah für uns aber so oberflächlich aus, dass wir eigentlich entschieden hatten, damit weiterzufahren. Als nun aber noch innerhalb kurzer Zeit zwei Mal das Signal hinzukam, dass unser rechter Hinterreifen zu wenig Luft aufweist, sind wir auf Nummer sicher gegangen und haben den Wagen getauscht. Die Aktion war heute Morgen allerdings etwas zeitaufwändiger als gedacht, da erst die 5. Station einen Ersatzwagen für uns hatte. Nun fahren wir einen Nissan Sentra anstelle eines Mazda CX-5, wir sind jetzt etwas kleiner und unkomfortabler unterwegs, aber was soll's. Dem Mitarbeiter der Autovermietung haben wir übrigens scheinbar eine Freude gemacht, der war mega begeistert, dass wir von der Ost- bis zur Westküste wollen und dafür extra aus Deutschland angereist sind. Deutsche scheinen in dieser Region übrigens als Touristen eine Rarität zu sein, überall, wo man auftaucht und in Kontakt mit Amerikanern kommt, wird man ausgefragt. Jens musste sich in einem State Park sogar in das goldene Buch eintragen... :-)

Auf der Fahrt heute kam das erste Mal ein richtiges Gefühl von Roadtrip auf. Wir haben bewusst nach ein paar Kilometern die Interstate (also die Autobahn) verlassen und uns trotz des zeitlichen Verzugs, den wir durch den Autotausch hatten, auf die Nebenstrecke begeben. Und, was soll ich sagen, die Entscheidung war goldrichtig. Es war nichts los, wir sind durch tolle, weite Landschaften gefahren und haben dazu noch süße, kleine Orte wie Hallettsville entdeckt. So haben wir uns das Reisen vorgestellt!

Vielleicht noch ein paar Sätze zum Straßenverkehr für alle, die noch nie in den USA unterwegs waren. Die Regelungen sind grundsätzlich sehr ähnlich zu denen in Deutschland, innerorts darf man meistens um die 45 und außerorts um die 100 km/h fahren. Auf Autobahnen sind höchstens 120 km/h erlaubt, was das Fahren recht angenehm macht. Ein paar Besonderheiten gibt es aber doch (und diese sind nicht mal schlecht). An manchen Kreuzungen gibt es Stoppschilder aus jeder Richtung. Das bedeutet dann nicht rechts vor links, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern, dass immer der, der zuerst an die Kreuzung kommt, als erstes fahren darf. So ergibt sich dann eine ganz natürliche Reihenfolge und es funktioniert! Was ebenfalls zum Verkehrsfluss beiträgt, ist, dass man an roten Ampeln als Rechtsabbieger abbiegen darf, sollte die Straße frei sein (also ähnlich der grünen Pfeile, die es mal in Deutschland gab, die aber unseres Wissens nach gescheitert sind - oder habt Ihr die nochmal irgendwo gesehen?). In den großen Städten kann man sich eigentlich nicht verfahren, was zugegebenermaßen weniger an den Regelungen, sondern eher an den im Schachbrettmuster angeordneten Straßen liegt. Wenn man meint, falsch abgebogen zu sein, muss man nur im Quadrat fahren und ist wieder am Startpunkt. Sehr simpel!

Morgen werden wir uns einen schönen Tag in San Antonio machen, wir werden sicherlich berichten. Bleibt stark, wir sind mit all unseren Gedanken bei Euch!

(veröffentlicht am 03.03.2022) 

Unser Roadtrip...


... nimmt so langsam Formen an und läuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir lieben Texas! Diese unglaublich weiten Landschaften und gut ausgebauten, leeren Straßen machen einem als Autofahrer einfach riesig Spaß. Die Natur hier lässt einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen und macht uns fast ehrfürchtig. In solchen Momenten wie heute sind wir umso wütender auf gewisse Diktatoren zu Hause, die jeglichen Bezug zur Realität und Schönheit dieser Erde verloren haben. Sch... ist das alles!

Ach, wenn ich mich gerade schon mal in Rage rede, kann ich direkt weitermachen. Was nämlich auch doof ist und langsam nervt, ist, dass wir ja schon ein Mal unseren Wagen tauschen mussten, weil der erste einen Riss in der Windschutzscheibe aufwies und auch einen leichten Reifenschaden hatte. Und ratet mal, was nun passiert ist? Auch der 2. Wagen meldet seit vorgestern alle 500 Kilometer, dass zu wenig Luft auf dem Reifen ist. Zudem riecht es im Auto immer mal wieder sehr stark nach Gras, keine Ahnung, wer da was geschmuggelt hat oder ob noch immer etwas im Wagen versteckt ist. Gut fühlt sich das alles auf jeden Fall nicht an, so dass wir morgen früh versuchen werden, einen erneuten Tausch hinzubekommen. Drückt uns die Daumen!

Wir sind jetzt innerhalb von zwei Tagen quer durch Texas von Beaumont im äußersten Osten bis nach El Paso ganz im Westen gefahren. Insgesamt waren das gut 1.000 Kilometer und auch eine Zeitzone haben wir dabei überschritten. Ich muss an dieser Stelle mal eine Lanze für Texas brechen, unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Staat lassen sich nämlich nicht mehr bestätigen. Es gibt hier mittlerweile Bürgersteige und auch die Autos sind deutlich kleiner als noch vor fünf Jahren! Damals gab es nur riesige Pickup-Trucks ab der Größe eines Dodge RAM aufwärts, Heute fahren hier Honda Civics, Ford Fiestas oder Chevrolet Cruz rum, das ist mal ein sehr bemerkenswerter Trend!

Ebenfalls neu ist, dass in kleineren und mittelgroßen Orten innerorts die Einwohner statt mit ihren Autos mit elektrischen Golf Carts unterwegs sind. Das ist uns das erste Mal in Winter Garden in Florida aufgefallen und setzte sich bis nach Nederland in Texas fort. Cool eigentlich, das kann ich mir für zu Hause auch gut vorstellen. Ich sehe mich schon mit dem Wägelchen zu Schenke einkaufen fahren, für den Wocheneinkauf inklusive einer Kiste Bier sollte in so einem Cart ja Platz sein... :-)

Einen gesonderten Bericht zu San Antonio und Fort Stockton liefere ich Euch noch nach. Jetzt gehe ich nach 500 gefahrenen Kilometern erstmal schlafen, obwohl es Spaß macht, ist so ein Tag im Auto doch ein wenig anstrengend. Gute Nacht, bleibt stark, wir denken an Euch!

(veröffentlicht am 06.03.2022) 

San Antonio und Fort Stockton...


... sind zwei Städte in Texas, die wir schon einmal auf einer früheren Durchreise mitgenommen hatten. Beide lagen auch dieses Mal wieder auf unserer Route und haben uns damals so gut gefallen, dass wir sie noch einmal besucht haben. 

San Antonio ist, man mag es kaum glauben, die siebtgrößte Stadt der USA und man merkt hier den spanisch und mexikanischen Einschlag schon sehr deutlich. Das Stadtbild und die Häuser an sich sind von der Architektur her schon ganz anders, alle Schilder sind zweisprachig und auch die englischsprachigen Radiosender nehmen deutlich ab und werden durch spanischsprachige ersetzt. Der Fluss San Antonio, der durch die Stadt fließt, wurde recht clever für den Tourismus erschlossen, indem man links wie rechts des Flusses Bürgersteige gebaut und eine Café- und Kneipenmeile errichtet hat. Hier kann man wunderbar flanieren, dem bunten Trubel zusehen und natürlich Essen gehen (haben wir auch gemacht, es gab mexikanisch und für mich seit langer Zeit das erste Glas Wein - lecker!). A propos Wein, was wir zunehmend in allen Orten beobachten ist, dass es scheinbar mittlerweile erlaubt ist, auf der Straße offen Alkohol zu trinken - zumindest in den touristischen Bereichen. Früher ging das eigentlich nur in New Orleans, Key West und Las Vegas, da hat der kommerzielle Aspekt nun scheinbar gesiegt.

Fort Stockton ist ein kleiner, beschaulicher Ort mitten im Nirgendwo, kaum jemandem bekannt, blickt aber auf eine durchaus lange Historie zurück. 1859 nahe dem gleichnamigen Militärstützpunkt gegründet, wurde er nur ein paar Jahre später durch den amerikanischen Bürgerkrieg zerstört und 1867 direkt wieder aufgebaut. In den folgenden Jahren waren hier noch Truppen stationiert, später setzte sich die Rinderzucht als wirtschaftliches Standbein durch. Heute nennt sich Fort Stockton selbst "freundlichste Stadt in Texas", was wir durchaus bestätigen können. Das touristische Highlight ist der sogenannte Paisano Pete, eine knapp 3,50 Meter hohe und 7 Meter lange Statue eines Roadrunners. Roadrunner  (deutsch Rennkuckucke) sind eine hiesige Vogelart, die recht schnell mal, wie der Name schon sagt, über die Straße rennt statt zu fliegen. Wenn wir uns recht entsinnen, gab es auch einen Charakter bei Bugs Bunny, der ein Roadrunner war. Paisano Pete in Fort Stockton war bis 1993 der größte Roadrunner der Welt ehe ihm eine neu errichtete Statue in New Mexico den Rang ablief. So oder so, wir fanden ihn toll!

Im nächsten Beitrag werde ich sicherlich über unser neues Auto sowie sehr tolle Nationalparks berichten, bleibt also gespannt! 

(veröffentlicht am 08.03.2022) 

Unser neuer Wagen...


...  ist "leider" ein Dodge RAM geworden. Wie bereits berichtet, mussten wir erneut das Auto tauschen, weil unser vorheriges immer mal wieder sehr stark nach Marihuana roch und auch hier wieder die Reifen den Geist aufgegeben haben. Dieses Mal ging beim Tausch alles glatt, allerdings hatte die Autovermietung aufgrund des Spring Breaks nur noch Trucks übrig. Ob wir denn auch damit einverstanden wären. Und ob! Nicht nur, dass wir einfach dringend den Wagen wechseln wollten und einfach alles genommen hätten, was da gewesen wäre, nein, damit hat man mir eine riesige Freude gemacht. Solch einen Wagen wollte ich schon immer mal fahren! Ich bin immer noch ganz beseelt und denke, dass ich einen Großteil des restlichen Weges höchst freiwillig übernehmen werde. Einen Schreckmoment hatten wir dann aber übrigens doch noch. Ihr werdet es nicht glauben, aber nach sage und schreibe fünf Kilometern mit dem neuen Auto haben wir uns direkt den nächsten Steinschlag an der Windschutzscheibe eingefangen. Da waren wir beide für einen kurzen Moment einfach stumm und haben jeder für sich mit dem Schicksal gehadert. Wie kann es sein, dass auch das dritte Auto verflucht ist? Na ja, Jens hatte durch den vorherigen Wagen ja Übung im Versiegeln von Steinschlägen. Im Bild seht Ihr ihn dann bei seiner täglichen Arbeit.... ;-)

Für uns war klar, wir holen uns auf keinen Fall auch noch den vierten Wagen, das ist immer mit Aufwand und Stress verbunden. Wir fahren jetzt einfach mit dem RAM und bislang hat er uns gute Dienste geleistet. Es fährt sich sehr komfortabel und auch holprige und nicht geteerte Straßen in den State Parks sind jetzt absolut gar keine Herausforderung mehr. Zu den State Parks wollten wir Euch ja auch noch was erzählen. Im Grunde handelt es sich dabei immer um Campingplätze inmitten von Nationalparks, gegen eine kleine Gebühr um die zehn Dollar dürfen auch Tagesgäste rein. Wir lieben die State Parks einfach, weil sie immer sehr schöne (und ausgeschilderte) Wanderwege mit sich bringen, tolle Picknickplätze haben und die sanitären Anlagen immer sehr sauber sind. Die State Parks in Texas und New Mexico sind mega abwechlungsreich, auf dem Weg nach Silver City haben wir in einen State Park besucht, der mitten in der Steppe plötzlich riesige weiße Sanddünen aufwies. Wahnsinn sage ich Euch.

Was uns die ganze Zeit schon begleitet, ist die Frage nach dem Klimawandel. Schon in Florida ist uns aufgefallen, wie trocken die Landschaft ist und das hat sich seitdem wie ein roter Faden durchgezogen. Bislang waren wir noch nie im Frühling in den Staaten, daher können wir schlecht einschätzen, was davon normal ist, weil einfach noch gar nichts blüht und die Bäume noch kein Laub tragen, und was wohl dem Klimawandel geschuldet ist. Wahrscheinlich müsste man in zwei Monaten noch einmal wiederkommen und schauen, wie es sich dann verhält. 

Morgen geht es für uns weiter nach Springerville in Arizona. Über Silver City, unseren aktuellen Aufenthaltsort, berichten wir dann noch einmal gesondert, die Stadt war richtig cool und hat uns sehr gut gefallen. Bleibt gesund, bis bald!

(veröffentlicht am 09.03.2022) 

Silver City in New Mexico...


... ist definitiv einen Zwischenstopp wert. Hier haben wir insgesamt vier Nächte verbracht und hätten durchaus auch noch verlängern können. Bevor die Stadt 1870 gegründet wurde, diente sie den Apachen als Siedlung. Das indogene und auch mexikanische Erbe lässt sich heute noch gut an der Architektur und vor allem an den vielen künstlerischen Akzenten erkennen. Zum Beispiel der "Dia de Muertos", also der Tag der Toten, der den Mexikanern einer der wichtigsten Feiertage ist, ist bei den Wandmalereien allgegenwärtig. Reich wurde die Stadt übrigens- wie soll es dem Namen nach auch anders sein - durch Silber- und Kupferfunde in der Gegend.

In den 1870ern ging es in der Stadt hoch her. Die Kriminalitätsrate war extrem hoch, dem damaligen Sheriff Harvey Whitehill allerdings gelang es als erstem Polizisten, den legendären Billy the Kid wegen Diebstahls festzunehmen. Auch Butch Cassidy muss hier in den späten 1800ern sein Unwesen getrieben und die Saloons frequentiert haben. Silver City blickt also auf eine bewegte Historie zurück und wenn man durch die Straßen schlendert, lässt sich der Geist der damaligen Gegebenheiten erahnen.

Heute ist Silver City eine Studentenstadt (die Western New Mexico University ist hier beheimatet) mit knapp 10.000 Einwohnern. Cafeś, Restaurants und eine Vielzahl an Galerien und Kunstateliers laden zum Bummeln ein. Uns hat der Mix aus Historie und lebendiger Studentenstadt gut gefallen!

Die Überfahrt von Silver City nach Springerville in Arizona war traumhaft schön, wir müssen die unterschiedlichen Eindrücke erstmal verarbeiten. Wir verfassen sicher zeitnah noch einen Beitrag dazu. Bis dahin, bleibt gesund und tapfer! Wir denken an Euch!

(veröffentlicht am 11.03.2022) 

In New Mexico und Arizona...


... lässt sich die Vergangenheit noch sehr gut erahnen. Wir sind schon durch Gebiete der Apachen und der Navajo-Indianer gekommen, haben Tipis gesehen und müssen insgesamt feststellen, dass die Indianer damals seeehr große Strecken zurückgelegt haben. Die Weiten, die sich uns boten, waren schon mit dem Auto kaum zu bewältigen, wie muss das erst zu Pferd oder mit Kutsche gewesen sein?! Ah, a propos Pferde, hier in Arizona gibt es noch Wildpferde. Ist schon ein wenig komisch, wenn man am Straßenrand der Autobahn Warnschilder vor freilaufenden Pferden sieht. Obwohl wir ja mittlerweile einen sehr großen Wagen fahren und auch die Geschwindigkeit auf amerikanischen Autobahnen begrenzt ist, möchte ich die nicht vor oder auf meiner Motorhaube haben. Wir sind zur Sicherheit mal direkt ein wenig langsamer gefahren.

Auch die Zeit des Wilden Westens kann man in den beiden genannten Staaten noch sehr gut nachvollziehen. Man kommt immer mal an Ghost Towns, also Geisterstädten, vorbei, in denen zum Beispiel noch alte Saloons stehen. In Silver City haben wir zum ersten Mal einen waschechten Cowboy gesehen. Der tankte gleichzeitig zu uns seinen Wagen auf und war in voller Montur (also mit Halstuch, Cowboyhut, Stiefeln und Revolver) unterwegs. Das Gefühl war ein wenig seltsam, irgendwie fühlte man sich an Karneval in Deutschland erinnert und dachte, dass der da eh nur Platzpatronen drin hat. Dem wird aber wohl nicht so gewesen sein, wir haben ihn aber nicht danach gefragt und wollten es auch lieber nicht demonstriert bekommen. ;-)

Gestern haben wir es uns nicht nehmen lassen, einer echten Cowboy-Veranstaltung beizuwohnen - einem Rodeo. Davon berichte ich Euch aber in einem eigenen Beitrag. Nur so viel dazu, es war grandios! Bleibt also gespannt, wir melden uns!

(veröffentlicht am 14.03.2022) 

Die Rodeo-Veranstaltung am Sonntag...


... war definitiv die zweistündige Fahrt nach Phoenix wert. Es wurde empfohlen, frühzeitig anzureisen, um dem Stau bei der Anfahrt auszuweichen und so waren wir schon drei Stunden vor dem eigentlichen Beginn des Rodeos am Veranstaltungsort. Das war allerdings auch sehr gut so, denn es wurden noch diverse Wettbewerbe in unterschiedlichen Disziplinen abgehalten. Von Kids, die zeigen mussten, dass ihr Pferd gehorsam neben ihnen her läuft, bis hin zu erfahrenen Dressurreitern war alles dabei - schön anzuschauen waren die Wettbewerbe, wenngleich sie stellenweise auf Amateurniveau waren, allemal. Das Gelände um die Arena herum war riesig, beinhaltete mehrere große Pferdekoppeln, Ställe, Messehallen sowie natürlich eine Fressmeile. Durch die Größe des Areals war es aber nie voll, sondern es fühlte sich wie eine sehr entspannte und etwas größer geratene Familienfeier an.

Um zwei Uhr begann dann das Rodeo selbst, für das wir übrigens erschwingliche zehn Dollar Eintritt pro Person bezahlt haben. Es war super interessant zu sehen, wie in Amerika solche Veranstaltungen abgehalten werden. Am Anfang sprach der Stadionsprecher ein Gebet (unter anderem betete er für unsere Gesundheit und dass wir alle nach dem Rodeo heil nach Hause kommen), die amerikanische Nationalhymne durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen und wurde live vorgetragen. Für uns Deutsche war das alles etwas ungewohnt, aber es passte irgendwie zur familiären Atmosphäre und auch zum Eindruck, den wir schon von den bodenständigen und gottesfürchtigen Cowboys gewonnen hatten. Familiär ist ein gutes Stichwort, denn irgendwie schien in der 3.000 Leute umfassenden Arena jeder jeden zu kennen. Hier trafen sich offensichtlich Nachbarn, Familien, Freunde und eine eingeschworene Gemeinschaft an Rodeo-Fans. Ein bisschen Sehen und Gesehen werden war auch dabei, speziell die Frauen übertrafen sich gegenseitig mit ihren Outfits, ihrem Makeup und zurechtgemachten Haaren. Touristen wie wir, die völlig normal gekleidet und nicht vorher extra beim Friseur waren, stachen da durchaus hervor. 

Das Event selbst ging dann knapp drei Stunden und beinhaltete mehrere Disziplinen, die Cowboys in ihrem Arbeitsalltag auf den Rinderfarmen beherrschen müssen, unter anderem Bullenreiten, Kälber einfangen (allein und im Team) und Hindernisreiten. Zwischendurch gab es immer mal wieder Pausen mit viel Countrymusik und den Auftritten eines Clowns. Die Zeit verging wie im Flug und wir würden jederzeit nochmal hingehen. Ich für meinen Teil habe mir geschworen, dass ich Reitunterricht nehme, wenn wir wieder in Deutschland sind. Das wollte ich schon immer mal machen, habe es aber irgendwie nie ausprobiert.

Morgen geht es für uns "trubelig" weiter, wir fahren nach Las Vegas. Jens und ich müssen immer noch ausdiskutieren, wieviel Geld er auf den Kopf hauen darf. Wir werden sehen... :-) Bleibt alle gesund und stark, wir melden uns wieder!  

(veröffentlicht am 15.03.2022) 

In Las Vegas...


... waren wir ja schon zwei Mal und hätten daher eigentlich nicht noch einmal unbedingt dorthin gemusst. Da wir aber kurzfristig Karten für Katy Perry ergattert haben, war Vegas als Zwischenziel gesetzt.

Die Stadt an sich hat uns wieder gut gefallen, allerdings mir persönlich nicht mehr so überragend wie früher. Das mag zum einen daran liegen, dass es auf der Arbeit eine sehr schlechte Nachricht gab und meine Laune so gar nicht zu der Partystimmung in Vegas passte, und zum anderen daran, dass gefühlt noch mehr Obdachlose und auf Drogen hängengebliebene Leute in der Stadt zu sehen waren. Bei dem ganzen Elend, das man da sah, fühlte ich mich nicht wohl. Jens dagegen hat es nicht so empfunden, er meinte, dass es früher sogar noch mehr seltsame Menschen in Vegas gegeben hat. Na ja, wie dem auch sei, in den Hotels war wieder der Teufel los. Man kann locker mehrere Tage allein damit verbringen, sie von innen zu besichtigen. Für alle, die noch nicht in Vegas waren: Hier stehen die größten Hotels der Welt und jedes hat sein eigenes Thema. Im Venetian, eines unserer Lieblingshotels, zum Beispiel ist, wie der Name schon sagt, Venedig nachgebaut worden. Es gibt dort innen drin sogar mehrere Wasserkanäle, auf denen Gondeln fahren -  so riesig ist das!

In jedem Hotel kann man übrigens natürlich auch dem Glücksspiel nachgehen, dafür ist Vegas ja vorrangig bekannt. Das haben wir (also vielmehr Jens) dann auch vor dem Katy Perry-Konzert gemacht. Das noch im letzten Beitrag als zu verhandelnde angekündigte Budget hatten wir dann letztlich auf 40 Euro festgelegt. Und nach dem Spielen sind wir mit sage und schreibe plus minus null herausgegangen. Zumindest bedeutete dies keinen Verlust, das verbuche ich mal als Sieg. :-) 

Das Konzert war im Übrigen sehr gut, wir sind ja keine eingefleischten und textsicheren Fans oder so, sondern wir hatten uns überlegt, dass wir das mal mitnehmen könnten. Es handelt sich bei Katy Perry ja immerhin um einen Weltstar, von dem wir eine gute Show erwarteten. Und wir wurden nicht enttäuscht! Die anderthalb Stunden vergingen wie im Fluge, singen kann sie wirklich gut und auch die Bühnenbilder waren mega beeindruckend und sehr aufwändig gestaltet. Mal stand Katy Perry auf der Brille eines überdimensionierten Klos, mal auf einem meterhohen Schaukelpferd und mal auf einer riesigen Schnecke. Und alles war bunt, bunt, bunt, das Programm hieß nicht umsonst Perry Playland! Zudem war allein das Beobachten der anderen Besucher schon das Eintrittsgeld von knapp 100 Euro wert, es waren viele Familien anwesend, aber auch waschechte Fans (oder sollte ich besser Nerds sagen?), die sich in äußerst schrillen Outfits in die Menge begaben. Mitklatschen ist übrigens wirklich eine typisch deutsche Sache, die Amerikaner zumindest machen es nicht. 

Heute haben wir unsere letzte Etappe in den USA hinter uns gebracht und sind von Las Vegas nach San Clemente an die kalifornische Küste gefahren. Das war doch emotionaler als ich dachte. Davon erzähle ich Euch aber beim nächsten Mal - bis dahin, macht es gut und bleibt gesund!

(veröffentlicht am 19.03.2022) 

Unsere letzte Etappe gestern...


... von Las Vegas nach San Clemente war an sich recht unspektakulär, da wir die 400 Kilometer quasi ohne Pause durchgeheizt sind. In San Clemente wurden wir mit einem eher trüben Wetter begrüßt, dafür ist unser Hostel umso cooler und bunter! Bislang gab es aufgrund eines nicht existenten Angebots leider keine Möglichkeit, in ein Hostel zu gehen. Umso schöner, dass es jetzt geklappt hat und auch noch weitere Hostels in Panamá, Curaçao und Galápagos auf uns warten. Da kommt jetzt endlich das richtige Backpacker-Feeling auf. Wir haben uns ein Doppelzimmer gegönnt, müssen das Bad allerdings teilen. Das ist aber absolut in Ordnung für uns. Wir hätten auch nichts dagegen, in einem Schlafsaal zu übernachten, haben aber aufgrund Corona immer noch ein schlechtes Gefühl dabei, mit vielen Leuten auf (engstem) Raum und ohne Maske zu sein. 

Gestern Abend haben wir es uns nicht nehmen lassen, noch ein paar Schritte zu laufen und an den Pazifik zu gehen. Das war ein sehr emotionaler Moment, auf den ich so nicht gefasst war. Ich habe doch ein Tränchen verdrücken müssen, dass wir es vom Atlantik an den Pazifik geschafft haben - knapp 8.000 Kilometer, 33 Nächte, acht Bundesstaaten und drei Autos später, haben wir tatsächlich ein großes Zwischenziel erreicht. Wahnsinn, auf der einen Seite ging es total schnell und auf der anderen Seite fühlt es sich ewig her an, dass wir mit Ernest ein "Lebewohl-Atlantik"-Foto gemacht haben. 

Ein "Hallo-Pazifik"-Foto gibt es mit unserem Entchen natürlich auch, ich habe es allerdings nicht in die Collage genommen, weil wir heute beim Mittagessen ein noch schöneres mit zufällig entdeckten Kollegen von ihm geschossen haben. San Clemente als Ort gefällt uns mega gut. Es gibt einen kilometerlangen Sandstrand, schöne Parks, eine tolle Altstadt mit allerlei kulturellen und kulinarischen Angeboten, und der Frühling lässt auch grüßen. Hier blüht alles wie verrückt, das sind wir gar nicht mehr gewohnt, finden es aber herrlich! 

Eine Sache wollte ich noch zu den Amerikanern sagen. Das Bild, dass mittlerweile viel mehr Sport getrieben, Fahrrad gefahren und auf die Umwelt geachtet wird, setzte sich die gesamte Fahrt über komplett fort. Auch wenn man es kaum glauben mag, die übergewichtigsten Menschen haben wir in Florida gesehen, danach nie wieder. Und eine sehr wichtige und erwähnenswerte Sache ist, dass die Amerikaner im wahrsten Sinne Flagge zeigen und die Ukraine unterstützen. Man sieht in allen größeren Orten immer wieder ukrainische Fahnen, Spendenaktionen und Aufrufe für den Frieden, die Demokratie und die Freiheit. So viel Solidarität hätten wir von den Amerikanern so nicht erwartet und ist aus unserer Sicht aller Ehren wert.

Wir genießen jetzt noch eine Woche Sonne und Meer, am Samstag dann geht nachts unser Flieger nach Panamá. Spätestens von dort melden wir uns wieder, hasta luego und bleibt gesund!

(veröffentlicht am 20.03.2022) 

Das Örtchen San Clemente...


... haben wir nun seit ein paar Tagen zur Genüge erkundet - wir haben diese Woche 50 Kilometer zu Fuß zurückgelegt - und müssen sagen, dass es die Stadt aufs Treppchen der schönsten Orte in den USA geschafft hat. Die Mischung aus Surfer- und Strandgefühl, kulturellem Angebot, kulinarischer Vielfalt und kleinen, individuellen Lädchen hat uns mehr als überzeugt. Mit knapp 70.000 Einwohnern hat San Clemente auch eine überschaubare Größe und es lässt sich alles gut erreichen.

Eines der Highlights ist sicherlich der knapp vier Kilometer lange Wanderweg entlang des endlosen Strandes, parallel zur Eisenbahnstrecke und mit Blick auf den San Clemente Pier. Wenn man Glück hat, lassen sich auch Delfine beobachten. Tagsüber sind hier viele Familien unterwegs und Sportler, die sehen und gesehen werden wollen (mir ist es schleierhaft, wie man vollständig geschminkt Sport treiben kann), abends dann schauen sich Paare den Sonnenuntergang an und die aus meiner Sicht "echten" Jogger drehen ihre Runden.

Die spanischen Wurzeln lassen sich, wie eigentlich fast überall an der kalifornischen Küste, auch an der Architektur erkennen. Hier sind fast alle Häuser weiß verputzt, haben rote Dächer und tolle Mosaike bzw. schöne Fliesen an den Stufen und Außenmauern. Sehr hübsch!

Am Samstag heißt es dann, sich für eine längere Anreise nach Curaçao zu wappnen. Wir fliegen zunächst über Atlanta nach Miami, übernachten dann in Miami am Flughafen (für die paar Stündchen wollten wir keine 200 Dollar für ein Hotelzimmer ausgeben) und jetten dann Sonntagmorgen auf die Insel rüber. Mal schauen, wie zerknittert wir dann dort ankommen. Wir werden berichten und vielleicht sogar ein Vorher-/Nachher-Bild online stellen. Mal sehen... ;-) Bis dahin, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 24.03.2022