Steckbrief Curacao
- Insel vor Venezuela, bildet mit Aruba und Bonaire die ABC Inseln
- Gehört zum Königreich der Niederlande
- Gesprochene Sprachen: Niederländisch, Papiamentu, Englisch
- Währung: Antillen-Gulden
- Entfernung zu Deutschland: 8.200 km
- Persönliche Ziele: Schorcheln, Wandern, Leguan essen, Fahrradfahren
Curaçao
Seit gestern...
... haben wir den Mietwagen und können die Insel unsicher machen. Unsere erste Amtshandlung war allerdings der Wocheneinkauf im ca. fünf Kilometer entfernten Supermarkt, für mich ein absolutes Highlight. Dort gibt es alles, was das (Vegetarier-)Herz begehrt, im Speziellen auch eine große Auswahl an Obst, Gemüse und Fertiggerichten. Die Supermärkte, die hier fußläufig direkt vor Ort zu erreichen sind, lassen leider nur Basiseinkäufe zu. Aber mit dem Auto ist jetzt alles besser. :-)
Heute waren wir an der Westküste unterwegs und wollten uns erstmal einen Eindruck von den Stränden, Schnorchelmöglichkeiten und Wanderwegen verschaffen. Dabei haben wir durchaus den ein oder anderen weniger touristisch erschlossenen Strand entdeckt, an dem man in Ruhe schnorcheln kann, ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen. Hier werden wir sicherlich in den nächsten Tagen zurückkehren und ein paar Stunden verbringen. Andere Strände wiederum waren uns zu voll (ok, es ist auch Wochenende und die Osterferien haben begonnen) und kosteten Eintritt, das ist dann weniger unser Ding. Darüber hinaus haben uns zwei Naturschutzgebiete sehr gut gefallen, hier scheint es sehr schöne Wanderwege zu geben und Flamingos haben wir auch bereits entdeckt. Die will man natürlich, wenn man schon mal auf Curaçao ist, sehen. ;-) In der nächsten Woche werden wir dort sicherlich noch einmal Halt machen und ausgiebig wandern, da freuen wir uns schon drauf.
Absolut nicht schön ist, dass Curaçao ein riesiges Müllproblem hat. Bis auf die sauberen Naturschutzgebiete haben wir kaum einen Abschnitt des Straßenrandes gesehen, der nicht mit Haushaltsmüll übersät war. Von Fernsehern über Kühlschränken bis hin zu toten Hunden, notdürftig mit Plastiksäcken bedeckt, war alles dabei. Auf Barbados gab es zwar natürlich auch Müll, von daher waren wir durchaus auf die Problematik vorbereitet, aber dass die Lage hier so massiv schlecht ist, hätten wir nicht erwartet. Aus unserer Sicht muss die Regierung da wirklich aktiv werden, die Bevölkerung besser aufklären und ein allgemeines Umweltbewusstsein inkl. der benötigten Infrastruktur aufbauen.
Zu einem schöneren Thema: Unser aktuelles Auto ist ein süßer Chevrolet Beat, in Deutschland leider käuflich nicht zu erwerben. Der fährt sich wirklich prima dafür, dass er so klein ist. Er schluckt selbst die heftigsten Bodenwellen, hat eine gute Beschleunigung (ist manchmal ganz nützlich, wenn man sich in doppelspurigen Kreisverkehren in Lücken quetschen muss), einen leisen Blinker und wirkt ganz wertig. Als wir den Wagen abgeholt haben, hat Jens ihn direkt erstmal abgewürgt und mich mit großen Augen angesehen, weil er nicht verstanden hat, was passiert ist. Ich sag' nur: Schaltwagen. ;-) Da haben wir beschlossen, dass ich mich sowieso noch revanchieren muss, weil Jens auf Barbados komplett gefahren ist und es nur fair wäre, wenn ich dafür die Fahrten auf Curaçao übernehme. Mache ich gern, das Fahren macht hier durchaus Spaß, auch wenn man stellenweise, ich nenn' es mal, selbstbewusst fahren muss, aber das kriege ich hin. Wir werden Euch in den nächsten Tagen sicherlich von weiteren Ausflügen berichten, speziell die Nord- und Ostküste, die wir uns noch vorgenommen haben, werden uns bestimmt gut gefallen, da sie rauer und weniger besiedelt sind. Wir sind gespannt!
Bleibt gesund, wir melden uns wieder!
(veröffentlicht am 09.04.2022)
Gestern waren wir...
... ausgiebig an diversen Stränden und Buchten unterwegs und haben den besten Platz zum Schnorcheln für uns entdeckt. Der Strand des Playa Lagun ist zwar keine Schönheit und hat leider auch eher Kiesel- und Muschelsand, der durchaus mal mit Glassplittern gespickt sein kann, aber dafür ist das Schnorcheln einfach traumhaft. Wir haben eine noch viel größere Vielfalt an Fischen vorgefunden als auf Barbados. Ganz besonders gut gefallen haben uns die Papageienfische, die schillerten wirklich in allen möglichen Regenbogenfarben. Und die Trompetenfische waren irgendwie schräg. Sie schwammen immer weit oben an der Wasseroberfläche (so wie wir als Schnorchler) und verfolgten einen gefühlt ständig. Die meisten Fische sind kurzsichtig, scheinbar gilt das für Hornhechte ganz besonders, so nah wie die uns Menschen kamen ohne Angst zu haben. Oder aber sie waren einfach nur neugierig, wer weiß. Da ich gestern übrigens unfreiwillig die ein oder andere salzhaltige Nasenspülung abbekommen habe (meine Brille zum Schnorcheln ist nicht mehr ganz dicht), musste heute erstmal ein neues Set her, so dass wir morgen wieder ins Wasser gehen können. Darauf freuen wir uns sehr, speziell weil wir einen Geheimtipp, den wir schon mehrfach von anderen Hostelbewohnern erhalten haben, morgen umsetzen wollen. Wenn alles klappt, schnorcheln wir dann nicht nur mit Fischen, sondern auch mit Schildkröten (ganz natürlich und nicht künstlich angefüttert wie auf Barbados). Mal sehen, wir werden berichten!
Vorgestern Abend haben wir uns mal unter das doch zahlreiche Partyvolk gemischt (gefühlt besteht unser Hostel nur aus Mittzwanzigern aus den Niederlanden, die alleinig zum Party machen nach Curaçao gekommen sind). Da speziell von einer bestimmten Strandparty immer wieder die Rede war, haben wir es uns nicht nehmen lassen, auf eine Stippvisite vorbeizuschauen. Das bedeutete, bis zehn Uhr hellwach zu bleiben (was mit zunehmendem Alter doch schwerer fällt), um dann zum Strandclub zu fahren. Dort haben wir dann in einer schönen Cocktailbar ein paar Getränke zu uns genommen und den Leuten beim Feiern zugesehen. Die Location an sich war ganz cool (und Party am Strand ist auch immer gut), allerdings war uns das Publikum dann doch einen Hauch zu jung und die Musik nicht so unsere, daher sind wir nach zwei Stunden wieder gegangen.
Heute Morgen klingelte der Wecker um sage und schreibe fünf Uhr, weil wir eine besonders anstrengende Wandertour im Christoffel Nationalpark vor uns hatten und überall empfohlen wurde, aufgrund der Hitze direkt mit Öffnung des Parks um sechs Uhr zu starten. Gesagt, getan! Davon berichten wir Euch aber in einem gesonderten Eintrag, der Tag war lang und wir gehen jetzt ins Bett. Bleibt alle gesund, wir melden uns wieder!
(veröffentlicht am 12.04.2022)
Die letzten beiden Tage hieß es wieder...
... schnorcheln, was das Zeug hält. Als Unterstützung hatten wir zwei nette Kollegen aus unserem Hostel dabei, Rogelio aus Chile und Mauricio aus Costa Rica. Wir waren zunächst an dem Strand, der uns als Favorit fürs Schnorcheln mit Schildkröten empfohlen wurde. Leider war dies aus unserer Sicht ein voller Reinfall, denn wie auf Barbados auch, wurden die Schildkröten angefüttert, damit die Touristen mit ihnen schwimmen können. Dabei wurden die Schwimmer dann aber auch lautstark angebrüllt, wenn sie versucht haben, die Tiere zu berühren (dumme Menschen kommen scheinbar auf solche Ideen) oder aber, wenn sie ihnen zu nahe kamen. Uns vieren hat es überhaupt nicht gefallen und wir sind schnell an einen anderen Strand geflüchtet. Der wiederum war sehr schön und wir haben den Tag zusammen genossen. Andere Leute mit auf den Trip zu nehmen, hat übrigens mehrere Vorteile. Man ist in netter Gesellschaft, die anderen können am Strand auch mal das Bewachen der Sachen übernehmen und obendrein helfen sie beim Säubern des Wagens. Den müssen wir nämlich morgen gewaschen (!) zurückgeben. Das ist echt das erste Mal, dass wir sowas gehört haben, aber unser Hostel, über die wir den Wagen gemietet haben, hat darauf bestanden, dass er vollgetankt und gewaschen zurückgegeben wird. Na ja, wir haben da mal schnell ein Teamevent draus gemacht. Gemeinsam den Wagen zu putzen schweißt zusammen. ;-)
Heute waren wir dann noch einmal an einem unserer Lieblingsstrände und siehe da, beim Schnorcheln schwamm uns ganz plötzlich eine große Schildkröte über den Weg. Die war bestimmt zwei Meter lang und wir haben sie drei, vier Mal gesehen. Scheinbar mag sie die Bucht genauso wie wir. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis! Nächste Lektion für uns: Eine Unterwasserkamera kaufen, damit wir solche tollen Dinge (für uns und Euch) dokumentieren können. Die Stimmung hat uns heute auch extrem gut gefallen, es war Karfreitag und die Einheimischen haben sich einen ganz entspannten Tag am Strand mit Barbecue und lateinamerikanischer Musik gemacht, das ist genau die Erholung, die wir aktuell brauchen.
Morgen ziehen wir für ein paar Nächte in ein Schwesterhotel unseres Hostels und in einer Woche geht es dann schon in Richtung Ecuador. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Unsere Rückflüge nach Deutschland haben wir übrigens jetzt auch gebucht, wir kommen am 17. Mai an. Aber auch auf die Zeit zu Hause freuen wir uns, denn es warten einige gute Partys auf uns.
Zwei Berichte sind wir Euch noch schuldig, die werde ich in den kommenden Tagen nachreichen. Zum einen wollten wir vom Aufstieg auf den Christoffelberg erzählen und zum anderen haben noch gar nicht von kulinarischen Erlebnissen berichtet. Bleibt geduldig, ich schreibe...! Bis dahin alles Liebe!
(veröffentlicht am 15.04.2022)
Das Essen ist hier wieder,...
... wie das eigentlich zu erwarten war, sehr deftig. Auf der einen Seite kann man sehr klassische, karibische Gerichte wie gesalzenen Fisch mit Reis und Bohnen bestellen (eins meiner Lieblingsgerichte übrigens, der Fisch ist immer köstlich, auch wenn er aussieht, wie schon einmal gegessen - die Fischpampe seht Ihr auf dem Bild rechts oben), auf der anderen Seite bekommt man hier holländische Frikandel, Bitterballen (also eine Art Fleischkrokette) und Kibbelinge. Also in Summe alles eher frittiert und schwer im Magen liegend. Ich bin echt gespannt, wie es dann wieder in Deutschland wird. Gefühlt werden wir die erste Woche jeden Tag Ofengemüse mit Lachs zubereiten und das Leinöl pur trinken, das vermissen wir doch sehr! ;-)
Ah, a propos Lachs. Neulich habe ich den ersten Lachs seit drei Monaten gegessen, der hat geschmeeeeckt, das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen! Auf Barbados und den USA haben wir uns aufgrund des hohen Preises den Lachs verkniffen und sind lieber auf heimische Fische umgestiegen. Hier auf Curaçao gibt es, wie es sich für eine ehemalige niederländische Kolonie gehört, einen Albert Heijn mit europäischen Produkten. Daher kann man zu einem moderaten Preis unter anderem Salate mit Lachs kaufen, da habe ich mal direkt zugeschlagen.
Ein einmaliges Erlebnis war auf jeden Fall auch die Okrasuppe, Jens hat sich tatsächlich getraut, sie zu bestellen. Okraschoten werden sehr schleimig, wenn man sie öffnet bzw. mit ihnen kocht. Wir hatten in einem Food Court die Suppe schon am Nachbartisch gesehen, als ein Einheimischer sie gegessen hat. Als Jens sie dann kurzerhand auch bestellen wollte, wurde er von der Kellnerin gefragt, ob er sie denn möge und als Jens dann geantwortet hat, dass er das sehen wird, hat sie schnell eine kleine Probierschale geholt
(das war durchaus umsichtig von ihr, wir nehmen an, dass viele Touristen die Suppe bestellen und dann stehen lassen). Nachdem wir sie dann beide (auch ich habe mich getraut!) probiert und für gut befunden haben, hat Jens gleich einen großen Pott davon erhalten. Im Grunde schmeckte sie ähnlich wie der leckere Schnippelbohneneintopf meiner Oma früher, auch wenn in der Okrasuppe durchaus undefinierte Fisch- und Fleischteile schwammen. Da war ich als halber Vegetarier dann doch froh, dass ich nur ein wenig probiert und Jens den Vortritt des Bestellens gelassen hatte. Als Beilage gab es übrigens Funchi, das ist wie bei uns Polenta, also Maisgrieß.
An Getränken gibt es hier Smoothies in allen Variationen sowohl an vielen Ständen am Straßenrand als auch in Restaurants. Traditionell bestellt man seinen Smoothie wahlweise mit oder ohne Milch, mit oder ohne Zucker und dann mit frischen Früchten seiner Wahl (unsere Favoriten sind Erdbeer und Erdbeer mit Ananas, immer mit Milch und ohne Zucker). An alkoholischen Getränken kommt man um den Blue Curaçao natürlich nicht drum herum, wobei man sagen muss, dass der Blue Curaçao hier nur eine von sehr vielen unterschiedlichen Sorten des Likörs ist. Wir haben die dazugehörige Destillerie neulich besichtigt, das war durchaus interessant und aufschlussreich. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass die Spanier im sechzehnten Jahrhundert ursprünglich ihre Valencia Orange auf Curaçao anbauen wollten, man dann aber hat feststellen müssen, dass die Orangenbäume für das trockene Klima nicht gemacht waren, die Früchte nicht recht reifen wollten und ungenießbar waren. Jahrzehnte später hat man dann zufällig herausgefunden, dass der Abrieb der Schale aber durchaus zur Herstellung von ätherischen Ölen und alkoholischen Getränken verwendet werden kann. So kam der typisch bittere Geschmack der Orangenliköre zustande. Mein Fall ist es nach wie vor nicht, ich habe mich am Tag der Besichtigung der Destillerie daher großzügig als Fahrer angeboten... ;-) Jens dagegen haben seine zwei Cocktails mit Tamarind-Curaçao und rotem Curaçao gut geschmeckt.
So, morgen steht eine Fahrt mit dem Katamaran nach Klein Curaçao an, Ihr könnt uns mal die Daumen drücken, dass alle Passagiere "gesund" bleiben, es ist durchaus ein wenig Wind angesagt und von anderen Hostelbewohnern, die die Fahrt schon mitgemacht haben, hatten wir eh schon die Empfehlung erhalten, uns Tabletten gegen Reisekrankheit zu besorgen (haben wir auch gemacht, sicher ist sicher). Mal schauen, wir werden berichten! Ach, und frohe Ostern an alle!
(veröffentlicht am 17.04.2022)
Zwei Ausflüge...
... sind aus unserer Sicht besonders erwähnenswert und bleiben mit Sicherheit für den Rest unseres Lebens im Gedächtnis. Zum einen war da die Besteigung des Christoffelbergs und zum anderen die Katamaran-Fahrt nach Klein Curaçao. Aber eins nach dem anderen.
Der Christoffelberg an sich ist nicht sehr hoch, mit seinen 375 Metern ist er aber die höchste Erhebung Curaçaos. Ein Klacks, denken jetzt bestimmt viele von Euch. So einfach ist es aber nicht, die enorme Hitze kann Bergsteigern durchaus zu schaffen machen und der Wanderweg geht ziemlich steil und sehr felsig nach oben. Sowohl alle Foren als auch Mitbewohner im Hostel hatten empfohlen, sehr früh den Aufstieg zu beginnen. Der Nationalpark, in dem der Christoffelberg liegt, macht schon um sechs Uhr früh auf und verbietet einen Aufstieg nach zehn Uhr morgens aufgrund der Hitze. Das will schon was heißen! Die Fahrt zum Nationalpark dauert von unserem Hostel aus circa eine dreiviertel Stunde, bedeutet, dass wir eigentlich, wenn wir pünktlich um sechs Uhr hätten vor Ort sein wollen, den Wecker auf 04:30 Uhr hätten stellen müssen. Da ich aber immer einen Graus vor der vier vor dem Doppelpunkt habe, weil sich das für mich immer anfühlt als hätten wir es mitten in der Nacht, bimmelte der Alarm uns um fünf Uhr aus dem Bett. Um zwanzig nach sechs kamen wir dann mehr oder weniger pünktlich am Nationalpark an und es standen schon sage und schreibe 21 Autos am Startpunkt des Aufstiegs. Entsprechend voll war es auf dem Wanderweg, zumal dieser stellenweise so schmal war, dass es schwierig war, die anderen vorbeizulassen bzw. entgegenkommenden Wanderern auszuweichen. Spektakulär war der Aufstieg aber allemal, zum Teil musste man wirklich die Hände zu Hilfe nehmen und auf allen vieren klettern. Wir kamen dabei sehr ins Schwitzen (wie aber alle anderen auch) und wir haben für den Auf- und Abstieg je eine Stunde gebraucht. Unsere Wanderschuhe haben sich dabei wieder einmal bezahlt gemacht, bei anderen Wanderern, die nur in Joggingschuhen, Chucks oder sogar Flip Flops (aus unserer Sicht total dumm und gefährlich) unterwegs waren, haben wir durchaus die ein oder andere Schürfwunde oder aufgeschlagenen Knie entdeckt. Das Panorama vom Gipfel aus entschädigte das Keuchen und Schwitzen, es war phänomenal! Richtig cool war auch, dass, obwohl wir mit zu den ältesten Leuten gehörten, die wir auf der Tour gesehen haben, wir doch mittlerweile konditionell ziemlich gut aufgestellt sind. So manch ein deutlich jüngerer (und zumindest trainiert aussehender) Mann machte vor uns schlapp. Gewichte stemmen ist halt nicht alles... ;-)
Gestern haben wir dann unseren Katamaran-Ausflug nach Klein Curaçao gemacht. Von Hostelbewohnern hatten wir schon den Tipp bekommen, nicht zu frühstücken und Tabletten gegen Reisekrankheit einzunehmen, da die See wohl rau sein kann. Der Wetterbericht verhieß in der Tat nichts Gutes, es war Windstärke sechs vorausgesagt. Da sind wir dann den Empfehlungen gefolgt und haben nur einen Apfel gefrühstückt und, was soll ich sagen, es hat sich ausbezahlt. Die Tour begann schon um 07:30 Uhr und wir gingen mit 20 anderen Leuten an Board. Mit dabei war auch eine Gruppe Mädels, die den Geburtstag von einer Teilnehmerin feierten. Die haben beim Frühstück, das auf dem Katamaran angeboten wurde, ordentlich zugeschlagen. Jens und ich haben nur gedacht, oh je, das wird sich noch rächen. Und yep, das tat es. Am Anfang waren wir noch in einer geschützten Bucht mit wenig Seegang unterwegs, aber als wir das offene Meer erreichten, ging es los. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und die eineinhalb Stunden Fahrt wurden für die meisten der Anwesenden eine ganz schön lange Tortur. Von den 22 Teilnehmern mussten sich nur acht Leute nicht übergeben, der Kotzeimer wurde von einem zum anderen herumgereicht, bei der Gruppe der feiernden Mädels machte eine nach der nächsten schlapp - Teambuilding mal anders! Jens und ich hatten gut lachen, wir hatten keinerlei Probleme und das viele Schaukeln (und auch nass werden) hat uns sogar Spaß gemacht. Leid taten uns im Speziellen die Kinder und Jugendlichen, die haben vor lauter Verzweiflung teilweise angefangen zu weinen. Unsere Kapitänin und ihre Crew waren aber mega gut, sie haben es zu verstehen gewusst, den Leuten gleichzeitig Mut zuzusprechen und gute Laune zu verbreiten. So war die durchaus "bewegte" Anreise schnell vergessen.
Klein Curaçao ist übrigens eine unbewohnte Insel elf Kilometer südöstlich von Curaçao. Highlights der Insel sind Schiffswracks, die hier vor sich hin rosten, ein ehemaliger Leuchtturm und feinste Sandstrände mit tollen Gelegenheiten zum Schnorcheln. Die Insel hat uns gut gefallen, die Anreise war allerdings für uns persönlich das Highlight, ebenso wie die Tänze zu lateinamerikanischer Musik an Board, für die unsere Kapitänin mit ihrer guten Laune und Animation gesorgt hat. Wen es interessiert, der Ausflug dauerte in Summe neun Stunden, beinhaltete Frühstück, Mittagessen, nicht-alkoholische und alkoholische Getränke und kostete pro Person 120 Euro. Aus unserer Sicht absolut empfehlenswert und eine lohnende Investition!
Wie angekündigt geht unsere Zeit auf Curaçao langsam zu Ende, wir werden die Karibik vermissen! Spätestens von Galápagos werden wir uns wieder melden, allerdings könnte da nach allem, was wir bisher gehört haben, die Internetverbindung immer mal wieder schlapp machen. Wir werden sehen, wie gut alles klappt. Bis dahin, bleibt gesund!
(veröffentlicht am 19.04.2022)
Auf zu neuen Ufern...
... hieß es am Wochenende für uns. Wobei, so neu sind die Ufer gar nicht, denn der Atlantik hat uns wieder. Und Niederländisch hört man hier auf Curaçao auch überall, da muss man als Deutscher schon fast aufpassen, was man sagt. Man wird ja eventuell verstanden! ;-)
Die 30-stündige Anreise haben wir gut überstanden. Alle drei Flüge, also von Los Angeles nach Atlanta, dann nach Miami und schließlich nach Curaçao waren pünktlich und verliefen ruhig. Und nicht nur wir sind gut angekommen, auch unser Gepäck hat es geschafft. Wobei ich ja schon immer eine gute Packerin war und es jetzt erst Recht schaffe, mit wenig auszukommen. Wir hatten das Notwendigste einfach ins Handgepäck getan und wären so oder so die ersten Tage gut klargekommen (bedeutet, wenn man von den eh nur fünf Unterhosen pro Person, die man überhaupt nur mit hat, drei ins Handgepäck packt, ist das schon mehr als die halbe Miete). ;-)
Am Flughafen Curaçao angekommen, haben wir wieder auf öffentliche Verkehrsmittel gesetzt. Wir hatten vorher schon gesehen, dass ein Mal die Stunde ein Bus in die Hauptstadt Willemstad gehen müsste, wo sich unser aktuelles Hostel befindet. An der Bushaltestelle dann gab es den Hinweis, dass die Busse fünf bis zehn Minuten um die angegebene Zeit herum fahren und - siehe da - unser Bus kam mit neunminütiger Verspätung, also sogesehen pünktlich, an. Wie schon so oft sind wir als einzige Touristen eingestiegen, die anderen Ankömmlinge haben sich entweder ein Taxi oder einen Mietwagen genommen. Für das Taxi hätten wir aber 30 statt der drei für den Bus bezahlten Dollar ausgeben müssen, daher haben wir darauf gern verzichtet. Zudem konnte man im Bus schon mal einen kleinen Eindruck des Lebens der Einheimischen bekommen.
Unser Hostel ist zwar recht schön (wir haben dieses Mal ein Doppelzimmer mit eigenem Bad), allerdings hat die im Internet angekündigte Gemeinschaftsküche einen, wenn nicht gar zwei, gewaltige Haken. Es gibt keinen Herd oder Backofen, lediglich eine Mikrowelle ist vorhanden. Da hatte ich mir unter dem Begriff Küche wohl was anderes vorgestellt. Wenn also noch einer von Euch Tipps hat, was man gut in einer Mikrowelle zubereiten kann (keine Fertiggerichte), dann immer her damit!
Willemstad haben wir heute Morgen schon ein wenig erkundet, dazu erzählen wir Euch im nächsten Beitrag mehr. Bis dahin, bleibt gesund!
(veröffentlicht am 28.03.2022)
Die Hauptstadt Willemstad...
... mit ihren 125.000 Einwohnern ist wirklich so bunt, wie man es von Bildern kennt. Nicht nur, dass die Häuser farbenfroh getüncht sind, es gibt darüber hinaus auch unzählig viele Wandmalereien und Skulpturen in der Stadt zu entdecken. Unser Hostel reiht sich da übrigens nahtlos ein, wie Ihr auf dem Bild unten rechts erkennen könnt.
Das Highlight von Willemstad ist unbestritten die Königin-Emma-Brücke, die die Stadtteile Punda und Otrobanda miteinander verbindet. Es handelt sich hierbei um eine schwimmende (und auch durchaus etwas wackelige) Fußgängerbrücke, die nicht fest konstruiert wurde, sondern so gedreht werden kann, dass eine Durchfahrt für Schiffe möglich ist. Daher kommt auch der Spitzname Swinging Old Lady zustande. Sollte die Brücke mal für längere Zeit geöffnet, also für Fußgänger nicht passierbar sein, wird einfach gewartet (mussten wir auch schon, es dauerte ca. eine halbe Stunde) oder aber ganz Eilige nehmen die kostenlose Fähre ans andere Ufer.
Otrobanda hat uns fast besser gefallen als der bekanntere Stadtteil Punda. Punda ist zwar schön anzuschauen, sehr schick, aber auch durchaus der Stadtteil für die Touristen. Hier wechseln sich sehr gut bewertete Cafés und Restaurants mit Parfum-, Klamotten- und Souvenierläden ab. In Otrobanda dagegen hatten wir das Gefühl, das echte Leben in Willemstad mitzubekommen. Hier ist alles etwas weniger schick, dafür laufen einem aber keine Touristen (und vor allem keine Kreuzfahrer!), sondern nur Einheimische über den Weg, und es ist alles weitaus günstiger. Shoppen und Dinge des täglichen Lebens erledigen sollte man also eher in Otrobanda als in Punda, zumindest, wenn man auf den Preis achten möchte. Ich brauchte ein paar neue Klamotten, speziell die Schuhe, die ich mir für 20 Dollar im Walmart (einem Supermarkt in den USA) gekauft hatte, mussten ausgetauscht werden. Für eine kurze Hose, zwei Oberteile und neue Schuhe haben wir 50 Euro ausgegeben, also vollkommen moderate Preise. Da war dann glatt noch ein Friseurbesuch für Jens und ein Besuch im Waschsalon für unsere Klamotten drin. ;-)
So, nun machen wir uns auf in die Stadt. Wir werden bald wieder von uns hören lassen, auf der einen Seite werden wir noch einen Wagen mieten, um die Insel zu erkunden, auf der anderen Seite bietet unser Hostel kostenlos Fahrräder an. Auch das Angebot werden wir definitiv noch nutzen. Bis dahin, macht es gut und bleibt gesund!
(veröffentlicht am 31.03.2022)
In den letzten Tagen...
... haben wir nicht allzu viel gemacht. Jens und ich waren beide nacheinander gesundheitlich etwas angeschlagen, zuerst war Jens etwas erkältet und danach ich. Wir gehen aber davon aus, dass es kein Corona war, sondern unser Schnupfen schlichtweg an den Klimaanlagen in den Fliegern und in unserem Hostel lag. Wir sind beide schon fast wieder vollständig fit, also alles in Ordnung! Gut ist auch, dass man eh viel Zeit auf der Insel hat und solche "Ausfalltage" dann nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Ein bisschen was gemacht haben haben wir aber dennoch. Gestern zum Beispiel haben wir uns das Kura Hulanda Museum angesehen, welches sich vorrangig mit der Geschichte der Sklaverei und des Sklavenhandels in Afrika, Brasilien, der Karibik und den USA befasst. Auch auf Curaçao war dies ein Thema, schließlich kamen Ende des 18. Jahrhunderts auf ca. 8.000 Einwohner knapp 13.000 Sklaven. Das Museum hat aus unserer Sicht recht eindrucksvoll mit Zitaten von Sklaven, Briefen, Bildern und durch ein nachgestelltes Sklavenschiff die schlimme Vergangenheit dargelegt. Es ist ein Wahnsinn, sich vorzustellen, wie wenig ein Menschenleben damals wert war und wie unwürdig Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder anderen Glaubens behandelt wurden. Und es ist mehr als traurig und beschämend, dass es solche Dinge immer noch gibt.
Oh, a propos beschämend. Heute war es mir doch mal wieder ein wenig unangenehm, Deutsche zu sein. Hier auf Curaçao ist das Leben karibisch entspannt und einfach sehr langsam. Da muss man sich als Europäer natürlich erstmal dran gewöhnen. Auf unsere Pizza bei Pizza Hut (was nun wirklich eigentlich für Fast Food steht), haben wir gestern geschlagene 45 Minuten gewartet. Und heute Morgen haben das Frühstück und die Getränke in einem unserer Lieblingscafés auch wieder länger gedauert, obwohl nicht viel los war. Für uns alles halb so wild, wir haben ja Zeit. Die deutschen Rentner, die hinter uns saßen, hatten allerdings nicht so die Ruhe weg. Nachdem nach 15 Minuten ihr Cappuccino immer noch nicht da war, sind sie aufgestanden, haben der Kellnerin verärgert und für alle anderen Gäste hörbar zugerufen, dass es ja nicht sein kann, so lange auf die bestellten Getränke zu warten, und sind gegangen. Manch einem ist nicht zu helfen.
Ich hatte ja neulich auch schon einmal angedeutet, dass man hier durchweg Niederländisch und Papiamentu hört, welches zu den kreolischen Sprachen gehört und eine Mischung aus Portugiesisch, Spanisch und Niederländisch ist. Klingt erstmal so, als ob man da durchaus was verstehen oder ableiten können sollte, dem ist aber meistens nicht so. "Bom Dia" kriegt man noch ganz gut hin, dass "Awa" Wasser sein könnte (von Agua abgeleitet), geht vielleicht auch noch. Spätestens bei den Wörtern "Bon Bini" oder "Dushi" hört aber der Spaß auf. ;-) Bon Bini heißt herzlich willkommen und Dushi wird meistens verwendet, wenn man etwas positiv konnotieren will. Beim Essen würde es lecker bedeuten, es kann aber auch ein generisches "Schatz" sein, das man sowohl für den Partner, aber auch bei Kindern und sogar fremden Menschen einsetzt (wahrscheinlich dann so in etwa wie das "Honey" im Englischen). Dushi kann aber auch je nach Kontext nett, lieb oder sexy bedeuten, eine ganz eindeutige Übersetzung gibt es nicht. Zumindest aber handelt es sich immer um etwas Gutes!
So, ich glaube, wir kümmern uns jetzt ums Abendessen. Wir sind heute mit dem Fahrrad zum ca. vier Kilometer entfernten Supermarkt gefahren und haben uns mit Lebensmitteln eingedeckt (von der Fahrt erzähle ich am besten mal separat). Den nächsten Einkauf machen wir auf jeden Fall mit dem Wagen, den wir ab kommenden Donnerstag gemietet haben. Und dann beginnen auch die größeren Ausflüge, somit haben wir sicherlich mehr zu berichten als in dieser Woche. Bleibt alle gesund, wir melden uns!
(veröffentlicht am 02.04.2022)
Das Hostel "Bed & Bike"...
... hatten wir ganz bewusst wegen des Bikes gebucht. Wir hatten die Hoffnung, die ca. 400 Quadratmeter große Insel zumindest in Teilen mit dem Fahrrad erkunden zu können, allerdings mussten wir schnell feststellen, dass es da doch ein paar Dinge zu bedenken gibt. Die Fahrräder, die das Hostel kostenlos zur Verfügung stellt, haben leider ihre besten Tage hinter sich und sind mehr oder weniger fahrtauglich. Die Straßenverhältnisse sind so, dass durchaus mal der ein oder andere Riss im Asphalt ist und Schlaglöcher gibt es ebenfalls. Das wäre sicherlich kein Problem, wenn man ein gut gefedertes Fahrrad unter seinem Hintern hätte, aber bei den Möhren, die wir hier angeboten bekommen haben, merkt man jede Unebenheit. Darüber hinaus gibt es noch die Herausforderung, dass, eigentlich nicht ganz zu der entspannten Atmosphäre hier passend, die Fahrweise der Einheimischen recht zügig ist. Die Autos sind stellenweise seeehr nah und schnell an uns vorbeigefahren, ob Gegenverkehr kommt, interessiert dabei eh keinen. Blinken an sich wird überbewertet und auch Hunde, die hier zwar zu Haushalten gehören, aber frei herumlaufen, sind in die Betrachtung einzukalkulieren, da sie auch mal bellend von der Seite angelaufen kommen und man sich da gehörig erschrecken kann. Kurzum: Curaçao mag zwar viel Niederländisches in sich haben, gut und sicher Fahrradfahren gehört leider nicht dazu.
Aus dem Grunde sind wir gestern doch wieder auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen und haben den Bus in den nächst gelegenen Ort genommen. Am Jan Thiel Beach haben wir dann einen Strandnachmittag gemacht. Der Strand an sich ist ganz hübsch und sehr gepflegt, allerdings doch recht touristisch und nicht umsonst. Man muss für den Eintritt zum Strand drei Dollar pro Person zahlen, dann noch für 5 Dollar pro Person Liegen mieten und darf kein mitgebrachtes Essen verzehren, so dass man vor Ort ins Restaurant oder Café muss, wenn der Hunger kommt. Das klingt an sich kostentechnisch erstmal alles halb so wild, läppert sich über den Tag aber dann doch, so dass solche Ausflüge eher die Ausnahme bleiben. Unsere Hostel-Mitbewohner haben uns aber schon Tipps für kostenlose Strände gegeben, so dass wir dann ab übermorgen, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, diverse Ziele haben, von denen wir dann sicherlich berichten werden.
A propos Mitbewohner. An sich ist das Hostelleben sehr gut, denn man kann, wenn man das will, viel mit den anderen Leuten ins Gespräch kommen und lernt durchaus auch Reisende aus den unterschiedlichsten Ländern kennen (aktuell sind viele Deutsche und Niederländer da, aber auch Schweden, Russen und Kolumbianer waren schon hier). Mir ist allerdings aufgefallen, dass das zwar durchaus besser ist, als in einem Hotel zu übernachten, es für mich aber immer noch nicht das Nonplusultra darstellt, da man nicht mit Einheimischen in Kontakt kommt, und die Reisetipps natürlich nur von Tourist zu Tourist weitergegeben werden. Ich könnte mir vorstellen, dass in der zweiten Jahreshälfte, wenn wir dann wieder unterwegs sind, Airbnb und Couchsurfing die bessere Wahl sind. Wenn hierzu einer Tipps für uns hat, immer her damit!
So, wir schauen mal, dass wir uns ums Abendessen kümmern. Wir melden uns wieder, bis dahin alles Gute und bleibt gesund!
(veröffentlicht am 06.04.2022)