Steckbrief Galápagos

  • Die Inseln sind ein Archipel im Pazifischen Ozean
  • Wurden von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt
  • Gehören zu Ecuador
  • Gesprochene Sprache: Spanisch
  • Währung: US Dollar
  • Entfernung zu Deutschland: 10.850 km
  • Persönliche Ziele: Wandern, Schiffsausflüge, Pinguine und Riesenschildkröten sehen, Reiten

Galápagos

Der erste Eindruck....


... von Ecuador und Galápagos ist mega gut, wir fühlen uns richtig wohl! Aber eins nach dem anderen. Die Flüge mit Avianca von Curaçao nach Bogotá und dann weiter nach Quito verliefen sehr gut. Beide waren pünktlich und sowohl die Fluggesellschaft als auch die Flughäfen (der Flughafen Quito ist übrigens einer der schicksten, in denen ich je gewesen bin) sind sehr gut organisiert - von dem reibungslosen Ablauf sowie dem absolut gesitteten Ausstieg aus dem Flugzeug kann sich manch ein Deutscher noch eine Scheibe abschneiden.

Unser Gastgeber für eine Nacht hat uns dann vom Flughafen abgeholt und wir durften in einem Zimmer in seinem großen Privathaus schlafen. Das Haus lag in der absolut wunderschönen Umgebung von Quito auf 2.400 Metern Höhe und auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück, verglichen mit dem sehr kargen Curaçao waren wir sofort schockverliebt in Ecuador. Wir konnten uns gar nicht sattsehen an dem Grün der Hügel und Berge und satthören (gibt es das Wort?) an dem vielen unterschiedlichen Vogelgezwitscher - einfach herrlich! Unsere Unterkunft passte auch irgendwie in das Bergidyll, sie war eher rustikal und einfach gehalten mit viel Holz im Inneren und einem Kamin. Der lief zwar nicht an dem Abend, aber wir können uns durchaus vorstellen, dass man ihn viel nutzt, nachts ging die Temperatur auf zehn Grad runter. Unser nettes Gastgeberehepaar hat uns abends ein wenig über Ecuador und Galápagos erzählt, zum Beispiel, dass man hier auch Meerschweinchen isst, aber im Gegensatz zu Peru nur zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel Geburtstagen. Wem's schmeckt.... ;-) Geschlafen haben wir übrigens sehr gut und wir wurden am kommenden Morgen noch mit einem frisch zubereiteten Frühstück verköstigt (und das alles für gerade einmal 30 Dollar - insgesamt, nicht pro Person!), bevor es dann wieder zum Flughafen ging. 

Seit gestern sind wir nun auf Santa Cruz, einer der Galápagos-Inseln. Bei der Anreise dorthin haben wir so ziemlich jedes Fortbewegungsmittel mitgenommen. Zunächst ging es mit dem Flieger von Quito nach Baltra, dann mit dem Bus zur Fähre, dann mit der Fähre nach Santa Cruz und dann wieder mit dem Bus in die Stadt Puerto Ayora, wo auch unser Hostel liegt. Den letzten Kilometer haben wir mitsamt unserem Gepäck zu Fuß zurückgelegt, es fehlte eigentlich nur noch das Fahrrad, das hier so ziemlich jeder auf der Insel fährt. Galápagos gefällt uns bislang sehr gut, auch wenn wir logischerweise noch nicht allzu viel gesehen haben. Wobei, das stimmt so auch nicht. Wir haben schon Pelzrobben, Pelikane, Darwinfinken, Fregattvögel, Meerechsen, Landleguane (die sitzen auch gern mal regungslos mitten auf der Straße, so dass alle Autos und Busse drum herum navigieren müssen), Riffhaie und Schildkröten beobachten dürfen. Zur Tierwelt erzählen wir aber in einem späteren Beitrag sicherlich noch mehr, ebenso wie zu Land und Leuten. Unser Gastgeber ist seeehr nett und bemüht, wir haben mit ihm heute Abend schon einen Ausflug zu einem Markt gemacht, auf den nur Einheimische gehen. Dort gab es dann leckere Empanadas und Colada Morada (das erkläre ich Euch dann im Beitrag zu Essen und Trinken). Fahrradfahren und in eine Cocktailbar will er mit uns auch noch, wir freuen uns schon darauf, in die Kultur einzutauchen und die Geheimtipps mitzubekommen. Wie gesagt, dazu schreiben wir dann gesondert mehr, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 25.04.2022)








Heute haben wir...


... einen halben Tag auf der Charles Darwin Forschungsstation verbracht. Wer Charles Darwin war, sollte eigentlich noch jeder aus dem Biologie-Unterricht wissen, wenn nicht, googelt ihn am besten. ;-) Zunächst hat uns unser Führer Rogelio eineinhalb Stunden lang Interessantes zu Flora und Fauna der Galápagos-Inseln erzählt. Später dann konnten wir uns frei auf dem Gelände bewegen und haben uns noch das dort befindlichen Museum angeschaut.

Gelernt und erfahren haben wir so viel, dass wir es uns kaum merken konnten (wobei wir nach so vielen Wochen des Reisens eh das Gefühl haben, als wäre unser Gehirn nur noch zu den nötigsten Dingen fähig, vielleicht liegt es also auch daran). Auf den Galápagos-Inseln gibt es aufgrund ihrer recht isolierten Lage viele endemische Pflanzen- und Tierarten, sprich, Arten, die es auf der Welt nur an genau diesem Ort gibt. Die Galápagos-Lavaechsen zum Beispiel gehören dazu. Selbst von Insel zu Insel haben sie sich unterschiedlich entwickelt, das Lavagestein, welches ihren Lebensraum darstellt, hat von Insel zu Insel eine andere Farbe und so haben auch die Echsen eine andere Farbgebung angenommen. Zudem hat jede Gattung von Insel zu Insel ihr eigenes Balzverhalten entwickelt, so dass, selbst wenn man die Gattungen kreuzen wollte, dies nicht gelingen wird, weil sie sich nicht verstehen und das Verhalten der anderen Art nicht lesen können. Auch die Riesenschildkrötenarten haben sich von Insel zu Insel aufgrund der vorherrschenden Pflanzenwelt unterschiedlich entwickelt. Die Forschungsstation ist sehr um die Bewahrung der Artenvielfalt bemüht und zieht die Schildkröten selbst auf. Dabei wird penibelst drauf geachtet, dass Schildkröten, die zum Beispiel aus Eiern von der Insel San Cristobal schlüpfen, nach der Aufzucht auch wieder auf genau ebendieser Insel in die Freiheit entlassen werden. Die Unterscheidung, welches Ei auf welcher Insel eingesammelt und zur Forschungsstation gebracht wurde, geschieht über unterschiedlich farbige Markierungen. Auch nach dem Schlüpfen werden die Panzer der Schildkröten passend farbig markiert, so dass gewährleistet wird, dass das spätere Aussetzen auf der korrekten Insel geschieht. Die Aufzucht an sich dauert zwischen sechs und acht Jahren (!), da gewartet wird, bis die Schildkröten alt und stark genug sind, in Freiheit zu überleben. Und auch direkt vor dem eigentlichen Aussetzen müssen die Schildkröten erst auf der jeweiligen Insel in Quarantäne, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Ganz schön aufwendig, das alles. Aber es lohnt sich, die Population, zum Beispiel auf der Insel Isabela, hat sich mittlerweile weitestgehend erholt - sogar von der eigentlich ausgestorben geglaubten Unterart Pinta, deren letztes Exemplar, der "Lonesome George", 2012 gestorben ist, wurden jetzt wieder zwei Schildkröten auf Isabela gesichtet.

Auf den Galápagos-Inseln gibt es auch endemische Kakteenarten, stellenweise wachsen die Kakteen bis zu zehn Meter hoch. Dabei bilden sie nur noch oben Zweige und Früchte aus, der Stamm ist lang und glatt. Der Grund erschließt sich leicht. Da die Riesenschildkröten hier bis zu 1,50 Meter lang werden und durchaus in der Lage sind, sich aufzustellen, um an die Blätter und Früchte zu kommen, mussten sich die Kakteen im Laufe der Jahrhunderte etwas einfallen lassen, um zu überleben. ;-) Also ab in die Höhe, so dass die Schildkröten nicht an die Nahrung kommen. 

In den kommenden Tagen haben wir diverse Ausflüge gebucht, unter anderem eine Wanderung in den Highlands, einen dreitägigen Aufenthalt auf der Nachbarinsel Isabela und eine Tagestour auf die Insel Bartolomé. Da man hier sehr auf Ökotourismus bedacht ist, darf man nichts eigenständig machen, sondern muss immer geführten Touren beiwohnen. Das geht ganz schön ins Geld, sage ich Euch. Aber gut, man ist ja nur ein Mal hier und versucht, ein bisschen was zu sehen und mitzunehmen. Und sinnvoll ist es ja auch, dass Touristen nicht einfach überall hinlaufen können, wo sie wollen. Wir halten Euch auf jeden Fall immer dann, wenn das Internet es zulässt, auf dem Laufenden! Bleibt gesund!

(veröffentlicht am 26.04.2022)








Die ersten Ausflüge...


... machen auf jeden Fall Lust auf mehr. Vorgestern sind wir einen halben Tag an der Tortuga Bay gewesen, allein der 2,4 Kilometer lange Wanderweg dahin war schon die Reise wert. Es ging durch unberührte Natur, überall war Vogelgezwitscher zu hören und eine Schildkröte haben wir im Dickicht auch entdeckt. Die Tortuga Bay und ihre Nebenbucht haben kilometerlange, weiße Sandstrände zu bieten, die auch die Leguane zu schätzen wissen. Diese lagen nämlich alle paar Meter regungslos im Sand und tankten Sonne. In der Tortuga Bay selbst ist schwimmen aufgrund der zu schützenden Tierwelt und der starken Strömungen verboten. In der Nebenbucht aber darf man und wir müssen sagen, wir sind selten in einem solchen Panorama geschwommen. Die kristallklare See eingefasst von Lavagestein und Mangroven, dann der weiße Strand mit den grünen Bergen im Hintergrund, das war schon einmalig. Und auf dem Rückweg entdeckten wir einen Seelöwen, der es sich im Schatten bei zwei Chips essenden Kindern gemütlich gemacht hat. Es war schön zu sehen, dass Mensch und Tier im Einklang zusammenleben können. Den Kindern nämlich war es egal, dass einen halben Meter entfernt von ihnen ein Seelöwe lag. Für sie war es offensichtlich eine Normalität und wie selbstverständlich haben sie das Tier in Ruhe gelassen und keine Notiz von ihm genommen (allerdings muss ich hier auch ehrlicherweise erwähnen, dass sie schwer mit dem Essen der Chips beschäftigt waren...). ;-)

Gestern haben wir dann die Wanderung durch die Highlands mit unserem Führer Sandro unternommen. Fast wäre das Unterfangen gescheitert, denn ich bin gestern um vier Uhr mit Magenkrämpfen und Übelkeit wach geworden. Nachdem ich eine Tablette gegen Übelkeit und eine Scheibe trockenes Brot gegessen hatte, ging es etwas besser, so dass wir um sieben Uhr pünktlich mit der Wanderung beginnen konnten. Ruben, unser Gastgeber, war übrigens so nett, uns ein paar belegte Brote mitzugeben, wir werden von ihm wirklich sehr umsorgt! Er hat mir sogar extra eines ohne Wurst vorbereitet, weil er sich daran erinnert hat, dass ich weitestgehend auf Fleisch verzichte. Aufmerksamer Mann!

Zunächst ging es per Taxi zu den Zwillingskratern Los Gemelos, die strenggenommen keine Krater sind, sondern Gruben, die durch einen Einsturz leerer Magmakammern nach einem Vulkanausbruch verursacht wurden. Morgens konnten wir aufgrund von dickem Nebel leider so gut wie nichts erkennen, wir sind aber später noch einmal bei Sonnenschein dorthin gefahren und es war wirklich beeindruckend. Aber auch die Stimmung am Morgen hatte ihren Reiz, durch den Nebel wirkten die Wälder sehr geheimnisvoll und märchenhaft. Nachdem wir die Gruben verlassen haben, ging es zur El Chato Ranch und von dort per Wanderung in den angrenzenden Nationalpark. Um das "echte El Chato", wie Ruben, unser Gastgeber, es angekündigt hatte, zu erleben, mussten wir das Gelände der Ranch verlassen und durch einen Stacheldrahtzaun hindurchklettern, um in den Nationalpark zu gelangen. Das fühlte sich recht illegal an, aber unser Führer Sandro versicherte uns, dass es ok sei, da er beim Nationalpark angestellt ist (zumindest habe ich seine Antwort so interpretiert, er hat nämlich eher gebrochen Englisch gesprochen). Im Nationalpark dann wartete das Abenteuer auf uns, denn Sandro musste für uns den ein oder anderen Pfad freischlagen, um vorwärts zu kommen. Gesehen haben wir viele Landschildkröten, in unterschiedlichen Größen bzw. unterschiedlichen Alters. Das Alter kann man übrigens an den Ringen und Linien des Panzers erkennen, das Geschlecht wiederum an der Form des Panzers und an der Größe des Schwanzes. Bei Männchen muss dort nämlich noch der Penis hineinpassen, daher ist der Schwanz bei ihnen deutlich größer als bei Weibchen. Zum Ende der Wanderung haben wir noch die Lavatunnel besichtigt, über schmale Stufen ging es in die Dunkelheit hinab und rein in die Tunnel. Unser Führer hat uns auch hier viel erklärt, nur leider ging viel durch den Mischmasch an Englisch und Spanisch verloren, so dass wir nur einen Bruchteil dessen, das er erzählt hat, verstanden haben. Schade!

Um ein Uhr wurden wir dann wieder am Hotel abgesetzt, die komplette Tour hat also sechs Stunden gedauert und 100 Dollar pro Person gekostet. Am Nachmittag dann war ich so platt, dass ich nur geschlafen habe. Auch heute ernähre ich mich vorrangig von Tee und ein wenig trocken Brot, mehr ist noch nicht möglich. Ruben, unser Vermieter meinte, dass momentan ein Virus herumginge, seine Frau und viele seiner Bekannten seien aktuell auch krank. Wird schon wieder, wir lassen es heute auf jeden Fall ruhig angehen und hoffen, dass morgen wieder Aktivitäten möglich sind. Ihr Lieben, macht es gut und bleibt gesund. Wir melden uns wieder!

(veröffentlicht am 29.04.2022)


Heute gibt es nur...

... ein kurzes Update von uns. Der Magen-Darm-Virus hatte es doch mehr in sich, als wir dachten und hat zumindest mich für vier Tage ans Bett bzw. Klo gefesselt. Jens hat sich etwas tapferer geschlagen und war nur eine Nacht so richtig krank. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, schön war es nicht. Heute ist der erste Tag, an dem wir uns einigermaßen auf dem Damm fühlen, das macht Hoffnung, dass bald alles überstanden ist. Von ein paar lustigen Sprachschwierigkeiten muss ich aber dennoch kurz berichten. Da wir unsere Mägen schonen wollten und uns beim Gedanken an Essen eigentlich eh schlecht wird, wollten wir es gestern ganz einfach halten und Nudeln mit Tomatensauce zubereiten. Ging ein wenig daneben, weil "Salsa de Tomate" nicht, wie ich es angenommen hatte, Tomatensauce ist, sondern Ketchup. Das war ziemlich schnell zu schmecken und wurde dann auch direkt durch eine Google-Suche bestätigt. Das Googeln hätten wir vielleicht mal vorher machen sollen... Egal, Appetit hatten wir ja sowieso nicht, und ob man sich nun Nudeln mit Sauce oder Ketchup reinwürgt, macht eigentlich auch keinen Unterschied. Tee haben wir zur Genüge getrunken, auch da gab es schon ein Übersetzungsproblem. Der Tee, den ich mir ausgesucht hatte, hieß "Canela y Clavo" und beim ersten Googeln noch vor dem Trinken des Tees (man lernt ja aus seinen Fehlern), wurde mir als erste Übersetzung für das Wort "Canela" "Unterschenkel" angezeigt. Na, danke auch. Wenn einem eh schon schlecht ist, braucht man diese Vorstellung nicht auch noch. Tatsächlich handelt es sich aber um Zimt, das klingt schon um Längen besser und bekömmlicher. :-)

In die Hängematten haben wir es inzwischen auch schon wieder geschafft, speziell ich für meinen Teil kann nach vier Tagen des Betthütens unser Zimmer nicht mehr sehen und musste mal raus. An dieser Stelle müssen wir übrigens wirklich noch einmal unsere tolle Gastgeberfamilie, die das Hostel betreiben, loben, sie haben sich wirklich rührend um uns gekümmert und sich um unsere Gesundheit gesorgt. 

Theoretisch hätte morgen eine zweistündige Überfahrt zur Insel Isabela auf dem Programm gestanden. Auf Isabela wollten wir dann fünf Tage bleiben. Aber in unserer aktuellen Verfassung würden wir eher auf eine Mission zum Mars gehen, als einen Fuß auf ein Schiff zu setzen. Daher haben wir den Ausflug um eine Woche nach hinten geschoben. Was also nun als nächstes in dieser Woche ansteht, wissen wir noch gar nicht. Der Fokus liegt jetzt erstmal darauf, vollständig gesund zu werden, und dann sehen wir weiter. Wir halten Euch auf dem Laufenden, macht es gut!


(veröffentlicht am 01.05.2022)


Ach, Kinder, was soll ich sagen...

... es ist einfach herrlich, wieder gesund zu sein! Zumindest ich bin nach fünf Tagen wieder hergestellt, Jens ist auf einem sehr guten Wege und bestimmt morgen wieder vollkommen fit. Man weiß jetzt aber durchaus die kleinen Erfolge zu schätzen, vorgestern wollte ich zum Supermarkt, um Zwieback und Kamillentee für Jens zu besorgen, und hatte zunächst die Befürchtung, dass ich aufgrund meines Kreislaufs den Weg nicht schaffen könnte. Ich bin dann bewusst langsam gelaufen und, siehe da, es hat besser funktioniert, als ich dachte. Am Ende war ich zwar ziemlich schweißgebadet und es kam mir vor, als wäre ich einen Marathon gelaufen (eine spätere Analyse ergab, dass es sich pro Weg um 800 Meter gehandelt hat), aber ich war stolz auf mich, es gepackt zu haben. Man muss sich kleine Ziele setzen... ;-) 

Gestern hat auch Jens sich wieder raus getraut und wir sind ein wenig im Ort spazieren gegangen. Dabei sind wir an der Ausbildungsstätte der Marinepolizei vorbeigekommen und die Schüler standen scheinbar direkt vor einer schriftlichen Prüfung. Wir hatten ein wenig Mitleid mit denen, da die Prüfung nicht im Gebäude selbst, sondern draußen auf einem Vorplatz stattfand. Dort hatte man mit großem Abstand Tische und Stühle in der prallen Sonne aufgestellt und die Prüflinge saßen in dunkler Uniform und schwitzten - sicherlich aus mehreren Gründen - vor sich hin. Da es sich bei der Freiluft-Veranstaltung auch für die einheimische Bevölkerung scheinbar um ein Novum handelte, standen die Leute auf der Straße und begutachteten das Geschehen. Und, Ihr kennt das ja. Sobald ein paar Menschen irgendwo stehen und etwas beobachten, kommen immer mehr hinzu. Man könnte ja was Interessantes verpassen. Wir haben einem der Prüflinge signalisiert, dass wir ihm die Daumen drücken und sind dann lieber schnell gegangen. 

Mein absolutes Highlight des gestrigen Tages war das Essen am Abend. Jens konnte zwar noch nichts zu sich nehmen außer Tee, hat mich aber netterweise ins Restaurant begleitet. Mein Pad Thai und das belgische Bier waren köstlich! Nach so vielen Tagen der Abstinenz weiß man gutes Essen zu schätzen und freut sich einfach wirklich sehr darüber. Auf der anderen Seite geben uns die Erlebnisse der letzten Tage zu denken. Wir sind uns nicht sicher, ob wir nicht bei künftigen Reisezielen verstärkt darauf achten sollten, ob das Wasser getrunken werden darf. Hier auf den Galápagos-Inseln wurden direkt am ersten Tag von unserem Gastgeber gewarnt, dass wir keine Salate essen, Obst nur geschält verzehren und auf keinen Fall das Leitungswasser trinken sollen. Es fällt uns zwar immer leichter, darauf zu achten, weil eine Gewöhnung einsetzt, aber wir merken, dass es uns doch viel Freude und Reisequalität nimmt, sich ständig fragen zu müssen, ob man dieses oder jenes Produkt wohl unbedenklich essen kann, ob die Restaurants wohl mit Leitungswasser das Gemüse waschen und so weiter. So viele Gedanken möchte ich mir um das Essen gar nicht machen müssen, ich möchte einfach essen können, wonach mir ist. Auf der anderen Seite würde man, wenn man das Wasser als Ausschlusskriterium ansetze, viele Länder nicht bereisen können, das kann also auch nicht Sinn der Sache sein. Wenn jemand von Euch Tipps für uns hat, wie man die Fragestellung am besten lösen kann, immer her damit!

Da wir nun beide wieder fit sind, werden wir in den nächsten Tagen verstärkt Ausflüge machen, ein wenig was aufzuholen haben wir ja durchaus. Wir halten Euch auf dem Laufenden, bis dahin, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 04.05.2022)

Die letzten Tage...

... haben wir versucht, auf der Insel ein bisschen was nachzuholen und waren sowohl in den Bergen wandern als auch Kajakfahren in der nahegelegenen Bucht. Das Wetter hat bei den Wanderungen zwar nur bedingt mitgespielt, aber das war uns egal. Nach so vielen Tagen der Bettlägerigkeit mussten wir raus und uns bewegen, da war das Wetter Nebensache. Und beim heutigen Kajakausflug hat die Sonne auch wieder geschienen, die Sicht auf die Bucht und die Berge war traumhaft schön. Beim Fahren an sich haben wir Riffhaie und Schildkröten gesehen, manche kamen sehr nah an unser Kajak heran. Eine Schildkröte hatte uns wohl übersehen und geriet ein wenig in Panik, als sie direkt neben uns auftauchte, denn sie schwamm mit großen Schlägen blitzschnell wieder ganz tief ins Wasser. Der Schreck beruhte übrigens auf Gegenseitigkeit, denn auch ich hatte sie nicht kommen sehen und war kurz in Sorge, dass sie vielleicht durch ihre Beinschläge unser Kajak kentern lassen könnte (ja, so nah war sie uns gekommen), aber es ist alles gut gegangen. Das Kajakfahren an sich hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn Jens hinter mir manchmal eine Hürde darstellte. Seine neu gewonnene Links- / Rechts-Schwäche fällt doch sehr auf, wenn ich sage, dass ich nach links paddeln will, aber irgendwie nicht in die Richtung komme, weil hinter mir jemand in die andere Richtung lenkt. ;-)

Vorgestern sind wir zunächst mit dem Linienbus in das Bergdorf Santa Rosa gefahren und haben uns dort die schön grünen Landschaften angesehen. Die Busfahrt zahlt man übrigens, wie auf Barbados auch, erst beim Aussteigen. Und auch hier gibt es einen festen Preis, egal, wohin auf der Insel man fährt, es kostet einen Dollar pro Person - günstig also. Einen offiziellen Fahrplan, den man online einsehen könnte, gibt es nicht, aber da wir von Ruben erfahren hatten, dass die Busse alle 30 Minuten fahren müssten, war es uns auch egal, welchen Bus genau wir erwischen. Die Busse sind in einem guten Zustand, auch hier waren aber wieder nur Einheimische mit dem Bus unterwegs. Uns soll das nicht stören, Puerto Ayora, der Ort in dem wir aktuell sind, ist uns eh zu touristisch. Das Wandern hat viel Spaß gemacht, die grünen Hügel, die Aussicht auf das Meer, und selbst die Kühe auf den Weiden waren eine riesige Abwechslung fürs Auge (klar, wenn man auch nur noch sein Hostelzimmer kennt). ;-) Die Ruhe tat auch unheimlich gut, bis auf einige wenige Einheimische auf Mopeds war niemand unterwegs. Wieder in Puerto Ayora angekommen, haben wir uns dann ein Softeis mit Guavengeschmack gegönnt. Dank eines Geheimtipps der Schwester unseres Gastgebers konnten wir diese Köstlichkeit genießen, wir hätten den Laden nämlich selbst nicht entdeckt. Guaven haben wir schon so als Frucht hier probiert, der Führer unserer ersten Wanderung hatte diese angepriesen und wir müssen sagen, sie sind verdammt lecker (mehr dazu erfahrt Ihr dann in dem separaten Eintrag über das Essen hier).

Gestern haben wir eine Wanderung über immerhin 13 Kilometer gemacht, wir wollten ein wenig für nächsten Dienstag üben. Da haben wir nämlich eine 16 Kilometer lange Wandertour auf den Vulkan Sierra Negra auf der Nachbarinsel Isabela gebucht. Wir sind schon sehr gespannt, wie das wird, alle, die die Tour bislang mitgemacht haben, waren schwer begeistert. 

Tja, Touren an sich sind auch so ein Thema. Ich hatte, glaube ich, schon einmal erwähnt, dass man ohne einen Führer hier nirgends hinkommt (was an sich ja durchaus löblich ist, schließlich dient es ja einem guten Zweck, dass die Touristen nicht einfach überall hinlaufen können, wo sie wollen). Aber die Führer wollen auch jedes Mal bezahlt werden. Bedeutet, nicht nur solche Ausflüge wie die Wanderung nächste Woche auf den Sierra Negra kosten Geld (übrigens 65 Dollar pro Person), selbst das Schnorcheln an besonders schönen Stellen geht nur geführt und kostet zehn Dollar pro Person. Ein wenig ausgenommen fühlt man sich da schon, da man a) eh schon 100 Dollar Eintrittsgeld für den Nationalpark bezahlt hat (Ecuadorianer kostet der Spaß übrigens sechs Dollar), b) dafür, dass man den Ökotourismus bewirbt, es hier viel zu viele Touristen und Tourenanbieter gibt (hier werden bei den Sehenswürdigkeiten die Gruppen teilweise minutiös abgefertigt), und c) wenn man hinter die Fassade schaut, also zum Beispiel mal auf eigene Faust landeinwärts geht,doch Müll am Straßenrand liegt wie überall anders auf der Welt auch. Unsere Gefühle sind daher ein wenig gemischt, ja, auf der einen Seite gibt es hier eine unheimlich schöne Natur und endemische Tierarten, für deren Erhalt man auch gern bereit ist, mehr zu zahlen, auf der anderen Seite aber fühlt es sich wie Massentourismus an, der durch eine clevere Vermarktungsstrategie viel Geld in die Kassen spült. Ab Montag sind wir auf der Nachbarinsel Isabela, die soll schon sehr viel ruhiger sein als Santa Cruz, wir sind sehr gespannt, vielleicht ändert sich dann unser Eindruck auch noch einmal grundlegend. Wir werden berichten! Bis dahin, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 06.05.2022)

Warum bin ich so fröhlich...

... Na, wer hat jetzt einen Ohrwurm? Wahrscheinlich jeder, der in den 80er / 90er Jahren großgeworden ist und ZDF Kinderserien geschaut hat. Nein, im Ernst, wir hatten gestern einen sehr schönen Tagesausflug auf die Insel Bartolomé.

Los ging es schon um sechs Uhr morgens, der Wecker klingelte entsprechend sehr früh. Das ist aber an sich nicht schlimm, der Lebensrhythmus der Leute hier auf der Insel ist eh eher früh. Bedeutet, es sind auch um sechs Uhr morgens schon viele auf den Beinen, da Fähren auf die anderen Inseln sowie Tagestouren meistens schon um sieben Uhr starten. Unser Hostel hat sich da im Übrigen angepasst, die Frühstückszeiten sind von sechs bis acht Uhr - nix für Langschläfer also. 

Wir hatten die Tour bei einer Agentur gebucht, die Ruben uns empfohlen hatte, und als wir um sechs vor unserem Hostel standen, hat es sich der Besitzer der Agentur nicht nehmen alles, ebenfalls anwesend zu sein, um sicherzustellen, dass wir vom richtigen Bus abgeholt werden. Das nenne ich mal Service (oder aber er hat schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, ich gehe mal ganz gutgläubig von Ersterem aus). Im Bus konnte man dann schon einen Eindruck der Reisegruppe erhalten, wir waren insgesamt 16 Teilnehmer ganz gemischten Alters aus unterschiedlichen Ländern wie den USA, der Niederlande und Deutschland. Am Hafen angekommen, erwartete uns auch schon unser spanisch- und englischsprachige Führer samt Rettungswesten. Diese haben wir schnell angezogen und flugs ging es auch schon mit der gesamten Truppe aufs Schlauchboot, welches uns dann auf unser Segelschiff, die Nautilus, brachte. Dort hat sich unsere Crew kurz vorgestellt und es gab erstmal Frühstück. Dieses bestand aus Toast, Rührei, Joghurt, Cerealien und Obst. Da war also für jeden was dabei.

Beim Segeln ließen sich dann schon die ersten Tiere wie Fregattvögel, Sturmvögel, Pelikane, Seerobben und Gelbflossen-Thunfische beobachten. Unser Führer hat dabei schon einiges erklärt, leider aber das meiste auf Spanisch und nur wenig auf Englisch, was ein bisschen schade war. Die Überfahrt verlief ruhig und nach circa eineinhalb Stunden war Bartolomé dann auch schon am Horizont in Sicht. Nach einer weiteren Stunde konnten wir ankern und mit dem Schlauchboot auf die Insel übersetzen. Bartolomé ist eine der neueren Galápagos-Inseln und mit 1,2 Quadratkilometern recht klein. Benannt wurde sie nach dem besten Freund Charles Darwins, Sir Bartholomew James Sullivan, der auch Leutnant auf dem damaligen Erkundungssschiff MS Beagle war.  

Schon auf den ersten Metern auf der Lavainsel wurden wir von einem noch jungen Seelöwen begrüßt. Dieser hatte am Bauch eine kleine Wunde, unser Führer erklärte uns, dass der Seelöwe sehr wahrscheinlich von einem Hai angegriffen worden ist, beruhigte uns aber dann, dass der Kleine das sicherlich gut wegstecken wird. Auch die ersten "Blue-Footed Boobies", also Blaufußtölpel, konnten wir erspähen. Die haben wirklich lustige blaue Füße und sind sehr gewandte Fischfänger. Durch ihre sehr guten Augen können sie aus größter Flughöhe Fische im Wasser entdecken und sobald sie einen Fisch ins Visier genommen haben, stürzen sie sich kerzengerade ins Wasser. Der Aufprall auf dem Wasser ist nicht zu überhören und macht auch gewaltige Spritzer. Ganz ohne Nebenwirkungen ist solch ein Fischfang nicht, unser Führer hat uns erklärt, dass durch die vielen harten Aufpralle aufs Wasser die Blaufußtölpel irgendwann ihr Augenlicht verlieren und sie dann verhungern. Eine traurige Geschichte also.

Für uns ging es über Holzdeelen und Stufen immer weiter den 114 Meter hohen Berg hinauf. Dabei ist leider zu vermerken, dass die Holztreppe schon bessere Zeiten gesehen hat und auch an den Geländern Hinweisschilder standen, dass man sich nicht dagegen lehnen soll. Da sollte man meinen, dass die Touristen viel Geld in die Kasse spülen und die letzten zwei Jahre Zeit für Reparaturen gewesen wäre.... Aber gut, wo hier Gelder bleiben, ist wieder eine andere Geschichte, Ruben und sein Bruder Marcos haben uns schon viele Dinge über ihr Land und die Regierung erzählt, dazu kann ich an anderer Stelle bestimmt noch einmal berichten.

Wie dem auch sei, wir haben den "Gipfel" erklommen, die Lavaformationen, die man sehen konnte, waren für uns allerdings nichts Neues, diese haben wir durchaus auf Teneriffa schon in noch größeren Dimensionen gesehen. Der Blick auf die Buchten und anderen Inseln aber war sehr schön, wenn auch durch das eher graue Wetter ein wenig getrübt. Schön war, dass das Wetter später aufklarte, so dass wir beim Schnorcheln, welches auch noch einen Programmpunkt darstellte, eine gute Sicht unter Wasser hatten. Unser absolutes Highlight aber war, dass wir mit dem Schlauchboot einen kurzen Abstecher zu einer anderen Bucht gemacht haben und wir dort recht neu geschlüpfte Pinguine sehen konnten (Ihr seht sie vielleicht, wenn Ihr ein wenig heranzoomt, auf dem mittleren Bild). Sehr süß und toll, sie in freier Wildbahn zu erleben! Unser Führer meinte, dass wir Glück gehabt hätten, denn die Brutsaison hat gerade erst begonnen und er hatte nicht damit gerechnet, dass wir gleich vier kleine Pinguine zu Gesicht bekommen würden.

Der Tag verging für uns wie im Fluge und nach 13 Stunden wurden wir dann abends wieder glücklich am Hotel abgesetzt. Für alle, die es interessiert, gekostet hat uns der Spaß 250 Euro pro Person, Schnorchel-Equipment und Verpflegung inklusive. Heute Vormittag haben wir uns Mountainbikes gemietet und einen Ausflug in die Berge unternommen. Morgen geht es dann für vier Tage auf die Nachbarinsel Isabela, wo dann die Wanderung auf den Vulkan und eine gebuchte Schnorcheltour auf uns warten. Wir werden berichten, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 08.05.2022)

Warum bin ich so fröhlich...

... Na, wer hat jetzt einen Ohrwurm? Wahrscheinlich jeder, der in den 80er / 90er Jahren großgeworden ist und ZDF Kinderserien geschaut hat. Nein, im Ernst, wir hatten gestern einen sehr schönen Tagesausflug auf die Insel Bartolomé.

Los ging es schon um sechs Uhr morgens, der Wecker klingelte entsprechend sehr früh. Das ist aber an sich nicht schlimm, der Lebensrhythmus der Leute hier auf der Insel ist eh eher früh. Bedeutet, es sind auch um sechs Uhr morgens schon viele auf den Beinen, da Fähren auf die anderen Inseln sowie Tagestouren meistens schon um sieben Uhr starten. Unser Hostel hat sich da im Übrigen angepasst, die Frühstückszeiten sind von sechs bis acht Uhr - nix für Langschläfer also. 

Wir hatten die Tour bei einer Agentur gebucht, die Ruben uns empfohlen hatte, und als wir um sechs vor unserem Hostel standen, hat es sich der Besitzer der Agentur nicht nehmen alles, ebenfalls anwesend zu sein, um sicherzustellen, dass wir vom richtigen Bus abgeholt werden. Das nenne ich mal Service (oder aber er hat schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, ich gehe mal ganz gutgläubig von Ersterem aus). Im Bus konnte man dann schon einen Eindruck der Reisegruppe erhalten, wir waren insgesamt 16 Teilnehmer ganz gemischten Alters aus unterschiedlichen Ländern wie den USA, der Niederlande und Deutschland. Am Hafen angekommen, erwartete uns auch schon unser spanisch- und englischsprachige Führer samt Rettungswesten. Diese haben wir schnell angezogen und flugs ging es auch schon mit der gesamten Truppe aufs Schlauchboot, welches uns dann auf unser Segelschiff, die Nautilus, brachte. Dort hat sich unsere Crew kurz vorgestellt und es gab erstmal Frühstück. Dieses bestand aus Toast, Rührei, Joghurt, Cerealien und Obst. Da war also für jeden was dabei.

Beim Segeln ließen sich dann schon die ersten Tiere wie Fregattvögel, Sturmvögel, Pelikane, Seerobben und Gelbflossen-Thunfische beobachten. Unser Führer hat dabei schon einiges erklärt, leider aber das meiste auf Spanisch und nur wenig auf Englisch, was ein bisschen schade war. Die Überfahrt verlief ruhig und nach circa eineinhalb Stunden war Bartolomé dann auch schon am Horizont in Sicht. Nach einer weiteren Stunde konnten wir ankern und mit dem Schlauchboot auf die Insel übersetzen. Bartolomé ist eine der neueren Galápagos-Inseln und mit 1,2 Quadratkilometern recht klein. Benannt wurde sie nach dem besten Freund Charles Darwins, Sir Bartholomew James Sullivan, der auch Leutnant auf dem damaligen Erkundungssschiff MS Beagle war.  

Schon auf den ersten Metern auf der Lavainsel wurden wir von einem noch jungen Seelöwen begrüßt. Dieser hatte am Bauch eine kleine Wunde, unser Führer erklärte uns, dass der Seelöwe sehr wahrscheinlich von einem Hai angegriffen worden ist, beruhigte uns aber dann, dass der Kleine das sicherlich gut wegstecken wird. Auch die ersten "Blue-Footed Boobies", also Blaufußtölpel, konnten wir erspähen. Die haben wirklich lustige blaue Füße und sind sehr gewandte Fischfänger. Durch ihre sehr guten Augen können sie aus größter Flughöhe Fische im Wasser entdecken und sobald sie einen Fisch ins Visier genommen haben, stürzen sie sich kerzengerade ins Wasser. Der Aufprall auf dem Wasser ist nicht zu überhören und macht auch gewaltige Spritzer. Ganz ohne Nebenwirkungen ist solch ein Fischfang nicht, unser Führer hat uns erklärt, dass durch die vielen harten Aufpralle aufs Wasser die Blaufußtölpel irgendwann ihr Augenlicht verlieren und sie dann verhungern. Eine traurige Geschichte also.

Für uns ging es über Holzdeelen und Stufen immer weiter den 114 Meter hohen Berg hinauf. Dabei ist leider zu vermerken, dass die Holztreppe schon bessere Zeiten gesehen hat und auch an den Geländern Hinweisschilder standen, dass man sich nicht dagegen lehnen soll. Da sollte man meinen, dass die Touristen viel Geld in die Kasse spülen und die letzten zwei Jahre Zeit für Reparaturen gewesen wäre.... Aber gut, wo hier Gelder bleiben, ist wieder eine andere Geschichte, Ruben und sein Bruder Marcos haben uns schon viele Dinge über ihr Land und die Regierung erzählt, dazu kann ich an anderer Stelle bestimmt noch einmal berichten.

Wie dem auch sei, wir haben den "Gipfel" erklommen, die Lavaformationen, die man sehen konnte, waren für uns allerdings nichts Neues, diese haben wir durchaus auf Teneriffa schon in noch größeren Dimensionen gesehen. Der Blick auf die Buchten und anderen Inseln aber war sehr schön, wenn auch durch das eher graue Wetter ein wenig getrübt. Schön war, dass das Wetter später aufklarte, so dass wir beim Schnorcheln, welches auch noch einen Programmpunkt darstellte, eine gute Sicht unter Wasser hatten. Unser absolutes Highlight aber war, dass wir mit dem Schlauchboot einen kurzen Abstecher zu einer anderen Bucht gemacht haben und wir dort recht neu geschlüpfte Pinguine sehen konnten (Ihr seht sie vielleicht, wenn Ihr ein wenig heranzoomt, auf dem mittleren Bild). Sehr süß und toll, sie in freier Wildbahn zu erleben! Unser Führer meinte, dass wir Glück gehabt hätten, denn die Brutsaison hat gerade erst begonnen und er hatte nicht damit gerechnet, dass wir gleich vier kleine Pinguine zu Gesicht bekommen würden.

Der Tag verging für uns wie im Fluge und nach 13 Stunden wurden wir dann abends wieder glücklich am Hotel abgesetzt. Für alle, die es interessiert, gekostet hat uns der Spaß 250 Euro pro Person, Schnorchel-Equipment und Verpflegung inklusive. Heute Vormittag haben wir uns Mountainbikes gemietet und einen Ausflug in die Berge unternommen. Morgen geht es dann für vier Tage auf die Nachbarinsel Isabela, wo dann die Wanderung auf den Vulkan und eine gebuchte Schnorcheltour auf uns warten. Wir werden berichten, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 08.05.2022)

Meine Herren...

... war das Internet in der letzten Woche auf Galápagos schwach. Ich konnte noch nicht einmal unsere Webseite öffnen, geschweige denn Bilder hochladen. Daher entschuldigt bitte die lange Funkstille, es ärgert mich selber, dass ich die Berichte jetzt nachträglich schreiben muss. Es ist durchaus einfacher, die Einträge zu verfassen, wenn die Erlebnisse noch frisch sind.

Mmh, da stellt sich schon die erste Frage. Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, bei unserem vorerst letzten Tag auf der Insel Santa Cruz, bevor es dann für einen kurzen Abstecher nach Isabela ging. An besagtem Sonntag waren wir recht aktiv. Wir haben uns Mountainbikes geliehen (diese waren im Vergleich zu anderen Aktivitäten mit 10 Dollar pro Tag und Rad spottbillig) und sind den Cerro Mesa hoch. Da an der einzig größeren Straße, die die Dörfer auf Santa Cruz in alle Himmelsrichtungen miteinander verbindet, ein gut ausgebauter, doppelspuriger Radweg liegt, war von der Beschaffenheit des Weges alles prima. Die Räder waren zudem sehr gut in Schuss, das liegt sicherlich daran, dass auf Santa Cruz viele Leute statt des Wagens das Rad nehmen und darauf auch alles Mögliche transportieren, von Hunden über Einkäufe bis hin zu Bildschirmen ist alles dabei. Wir hatten uns keinen großen Plan zurechtgelegt, da wir keine Ahnung hatten, wie fit wir eigentlich im Fahrradfahren sind, speziell, wenn es bergauf geht. Und glaubt mir, es ging bergauf!!! Für mich, die eigentlich eher ungern Fahrrad fährt, war das Schalten eine Herausforderung. Nach einiger Zeit hatte ich aber den Dreh raus, wann ich am besten in welchen Gang schalte. Das hat sehr geholfen! Die Fahrt an sich war relativ unspektakulär, wir haben uns keuchend von einer Anhöhe zur nächsten bewegt, immer hoffend, dass man nicht stehenbleiben und schieben muss (übrigens bin ich nicht allein auf dem Bild unten links, wenn Ihr heranzoomt, könnt Ihr vielleicht auch Jens entdecken). Als wir dann den Berg weitestgehend erklommen hatten, wurden wir mit einem fantastischen Ausblick über grüne Hügel und die Küste belohnt. Und dann war da ja noch die Abfahrt, ehrlicherweise für mich das Schönste, nicht strampeln zu müssen und dabei Kilometer zu machen. A propos Kilometer, 30 standen dann nach vier Stunden doch auf dem Tacho, kam uns gar nicht so vor.

Abends waren wir dann mit Ruben, unserem Gastgeber, und seiner Frau typisch ecuadorianisch essen. Für Jens gab es ein Bohnenomelette mit Rindfleisch und für mich Fisch mit Kartoffelpüree. Lecker! Und da wir ja schon sportlich tätig waren, war sogar noch ein Brownie zum Nachtisch drin. Ruben und Natalie sind wirklich ganz tolle Leute, wir bleiben auf jeden Fall weiterhin in Kontakt. Dieses Vorhaben sollten wir ohne Probleme schaffen, denn die beiden ziehen Ende Juni mit ihrem Sohn in die Schweiz. Und wie Ihr wisst, verschlägt es uns familiär ja auch mehrfach im Jahr dorthin, einem Treffen sollte also nichts im Wege stehen. Ruben hat übrigens ein paar Beobachtungen, die wir gemacht haben, bestätigt. Ich habe ihm von der schlechten Beschaffenheit der Holztreppe auf Bartolomé erzählt (siehe letzter Beitrag) und auch, dass scheinbar kein Geld in Spielplätze oder Sportanlagen investiert wird. Wenn man sich nämlich anschaut, in welchem Zustand diese sind, ist das ziemlich übel. Die Sportanlage, die eigentlich ein großes Fußballfeld und ein Freibad umfasst, befindet sich noch im Bau und sieht so aus, als wäre dies schon lange so. Ruben hat mir da zugestimmt und gemeint, dass man vor circa zehn Jahren mit dem Bau der Anlage begonnen, sie aber nie fertiggestellt hat. Er meinte auch, dass zudem Ausschreibungen immer so gestaltet sind, dass aufgrund vermeintlich hochwertiger Materialien die Rechnung recht hoch ausfällt, in Wahrheit aber nur das billigste Material verwendet wird. Wo die Gelder bleiben, weiß niemand so genau (oder vielleicht doch). Und auch die Erfassung sowohl der Anzahl der Touristen auf den Inseln sowie des tierischen Artenbestandes ist laut Natalie nur Alibi, sie hatte neulich den Auftrag, das nationale Archiv zu digitalisieren und hat dabei herausgefunden, dass sich keiner für die Daten der letzten Jahrzehnte interessiert. Als Schweizerin meinte sie, das läge an der ecuadorianischen Kultur. Man beginnt etwas, bringt es dann aber nicht zu Ende und wird vergessen. Sehr schade! Unsere Kritik oder Beobachtungen hat Ruben übrigens direkt aufgegriffen und wollte ein Video mit uns drehen und dieses dann zur Regierung schicken. Da wir am nächsten Tag aber nach Isabela übergesetzt sind, haben wir keine Zeit für dafür gehabt - ich weiß gar nicht, ob mich das freut oder ich es schade finde.

Von Isabela berichten wir noch einmal gesondert, hier haben wir so viel erlebt, dass es wahrscheinlich nicht in einen Bericht passt. Wir werden sehen. Und die Einträge zum Essen sowie der tollen Tierwelt fehlen ja auch noch, diese reiche ich schnellstmöglich nach. Bis dahin, bleibt gesund!

(veröffentlicht am 15.05.2022)

Nachdem wir am Sonntag...

... zunächst mountainbiken und dann mit Ruben und Natalie essen waren, stand am Montag unsere Überfahrt per Speedboat nach Isabela auf dem Programm. Die Fahrt hat gut zwei Stunden gedauert und war recht rasant. Ich würde mal tippen, dass wir mit fast 100 km/h unterwegs waren, die See war allerdings recht ruhig, so dass wir eher selten hart aufkamen. Und schlecht wurde es von den 26 Passagieren auch nur einem einzigen (nein, wir waren wieder einmal nicht betroffen, ich denke, spätestens das Katamaran-Abenteuer auf Curaçao hat bewiesen, dass wir doch recht seefest sind). Auf Isabela angekommen, haben wir dann erstmal unser Hostelzimmer bezogen. Hierbei handelte es sich um ein kleines, einfaches, aber sauberes Zimmer mit eigenem Bad für günstige 30 Dollar die Nacht. Da wir sowieso nur drei Nächte gebucht und nicht vor hatten, viel Zeit im Hostel zu verbringen, war die Größe und Bequemlichkeit des Zimmers für uns nicht relevant. 

Wir sind dann zunächst durch Puerto Villamil, dem einzig wirklichen Ort auf der Insel, geschlendert und waren erstaunt, dass so gar nichts los war. Das kannten wir von Puerto Ayora, wo es recht touristisch zugeht, anders. Im Gegensatz dazu war Puerto Villamil mehr als verschlafen. Zu dem Eindruck beigetragen hat sicherlich auch, dass der Ort über keine asphaltierten Straßen, sondern nur über Schotter- und Sandwege verfügt. Nach einem kurzen Abstecher in ein Restaurant fürs Mittagessen sind wir dann zur "Concha de Perla" gelaufen und sind dort geschnorchelt. Bei der Concha de Perla handelt es sich um eine Art natürliches Meerwasserschwimmbecken, das zum Schnorcheln ideal ist, da es geschützt liegt (also mit wenig Wellengang verbunden ist) und kristallklares Wasser aufweist. Und in der Tat, vom Schnorcheln her an sich waren es die besten Bedingungen, die wir bislang hatten. Es fühlte sich an, als wären wir in einem Aquarium, so grün sahen die Pflanzen und bunt die Fische aus. Als mir dann allerdings ein großer Stachelrochen begegnete, bin ich dann mal lieber direkt geflohen und wieder an Land gegangen. Ohne zu wissen, wie gefährlich die Tiere für den Menschen sind, wollte ich nicht weiterschnorcheln. Jens war da mutiger, er ist noch länger im Wasser geblieben und wurde nach meinen Beobachtungen auch einmal von einem Rochen verfolgt. Allerdings sah es mir nicht nach einem Angriff, sondern vielmehr nach einem gemeinsamen Schwimmevent aus - alles ganz friedlich also.

Am folgenden Tag stand dann unsere lang ersehnte Wanderung auf den Vulkan Sierra Negra auf dem Programm. Um halb acht ging es mit unserer Führerin Paola und vierzehn anderen Mitstreitern los. Paola war von Anfang an sympathisch und hat berichtet, dass sie die 16km-Tour täglich macht - puh, hat die eine Ausdauer. Auf dem Weg auf den Vulkan hat sie uns so allerlei Interessantes zu Isabela und natürlich auch zu Flora und Fauna erzählt. Isabela ist mit knapp 4.600 Quadratkilometern die weitaus größte Galápagos-Insel und circa zwei Drittel davon sind Naturschutzgebiet, zu dem noch nicht einmal Führer wie Paola Zutritt haben. Sechs Vulkane gibt es, einen inaktiven und fünf aktive und Eruptionen sind wohl regelmäßig spürbar. Der letzte richtige Ausbuch ereignete sich 2018, gar nicht so lange her also. Wir allerdings haben nichts gespürt bzw. wird natürlich darauf geachtet, dass eine Wanderung mit Touristen nur zugelassen wird, wenn es sicher ist. Unser Weg ging zunächst im Nebel vorbei an unzähligen Guavenbäumen, welche auf Isabela zu einer echten Plage und auch Bedrohung für die Schildkröten geworden sind. Diese hatten sich nämlich eigentlich jahrhundertelang von am Boden wachsenden Pflanzen ernährt und nachdem Guaven vor gerade mal 80 Jahren als Frucht eingeschleppt worden waren, begannen die Schildkröten, diese süße Leckerei (was vollkommen verständlich ist, denn Guaven sind köstlich!) zu bevorzugen und sich von nichts anderem mehr zu ernähren. Leider führte der übermäßige Zuckerkonsum dazu, dass die weiblichen Schildkröten nicht mehr fruchtbar wurden und der gesamte Fortbestand in Gefahr war. Tierschützer haben daher eingegriffen und eine Maßnahme entwickelt: Die Tiere werden speziell zur Paarung in ein Reservoir gebracht und später inklusive ihrer Nachkommen wieder in die Freiheit entlassen. Dieses Vorgehen hat scheinbar geholfen, denn der Bestand der Riesenschildkröten hat sich wohl nachweislich erholt.

Die Wanderung an sich war zunächst nicht beschwerlich, sondern eigentlich nur lang. An Kilometer drei änderte sich die Vegetation, die Guavenbäume wichen, es wurde karger und trockener. Noch einen Kilometer weiter dann hatten wir schon die erste sehr spektakuläre Aussicht auf die Caldera, also den Krater, des Sierra Negra. Die Caldera besitzt einen sagenhaften Durchmesser von 10 Kilometern und 25 Kilometer Umfang und ist die zweitgrößte aktive Caldera der Welt. Wahnsinn, was sich auf Galápagos alles erleben lässt und wieviel Vielfalt es auf den Inseln gibt. In Begleitung von Galápagos-Falken und der mittlerweile sengenden Sonne ging es dann immer weiter, die Umgebung veränderte sich sukzessive und wurde zur Mondlandschaft. Hier war es aufgrund des arg steinigen Untergrundes doch ganz hilfreich, dass wir wieder auf unsere Wanderschuhe zurückgegriffen hatten, mit Sportschuhen wäre der Halt nicht so gut gewesen und man hätte zudem jede Unebenheit gemerkt. Die Mondlandschaft erinnerte uns übrigens sehr an Teneriffa mit ihren rötlichen Steinformationen, vereinzelten Kakteen am Wegesrand und Ausblick aufs Meer. Auf 1.100 Metern Höhe (gestartet waren wir auf 800 Metern) und nach dreieinhalb Stunden gab es eine kurze Mittagspause. Unser Essen, das vom Veranstalter gestellt wurde, bestand aus einem belegten Croissant, Apfel, Keks und Trinkpäckchen, inklusive eines unbezahlbaren Ausblicks auf das Meer und die Nachbarinsel Fernandina. Nach 15 Minuten machten wir uns dann auch schon wieder auf den Rückweg. Das ist übrigens das Einzige, das uns an allen geführten Touren, an denen wir teilgenommen haben, nicht so gefallen hat. Man fühlte sich immer irgendwie gehetzt. Das kommt daher, dass den Führern, um die Anzahl der Touristen, die gleichzeitig eine Sehenswürdigkeit besichtigen, zu begrenzen, nur gewisse Zeitfenster zur Verfügung stehen und dass die Führer eine saftige Strafe zahlen müssen, wenn sie die Zeitfenster mit ihrer Gruppe überschreiten. Auf der einen Seite ist diese Maßnahme durchaus verständlich und löblich, aber der Stress der Führer, das ständige Schauen auf die Uhr und die regelmäßige Ermahnung, sich zu beeilen, fühlt sich in einem Urlaub unpassend an. 

Zurück ging es dann auf demselben Wege wie hin mit dem Unterschied, dass wir jetzt nicht mehr als Gruppe laufen mussten, sondern Paola uns die Freiheit ließ, im eigenen Tempo zurückzulaufen (selbstverständlich ist sie aber bei den langsamsten Teilnehmern geblieben, um sicherzustellen, dass das uns zugewiesene Zeitfenster eingehalten wurde). Nach insgesamt sechs Stunden des Wanderns wurden wir dann mit dem Bus abgeholt und zurück zum Hotel gebracht. Gekostet hat uns die Tour 60 Dollar pro Person, inkl. Transport, Führung und Mittagessen. Bislang war das aus unserer Sicht die beste und spektakulärste Tour, den Sierra Negra zu besteigen ist ein absolutes Muss, wenn man auf Isabela ist, daher war das aus unserer Sicht sehr gut angelegtes Geld.

Am Folgetag stand schon der nächste Ganztagesausflug auf dem Programm, statt in die Höhe zu steigen ging es dieses Mal ins Wasser. Mehr dazu dann im nächsten Beitrag! Bleibt gesund!


(veröffentlicht am 23.05.2022)

Gleich bei der Ankunft in Ecuador...

... wurde uns mitgeteilt, dass man, im Gegensatz zu Peru, hier Meerschweinchen nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen isst - wie beruhigend! Nein, Spaß beiseite. Das Essen in Ecuador war nicht allzu viel anders als auf Barbados und Curaçao. Reis gab es immer als Beilage (kurze Anmerkung der Redaktion: Wir können keinen Reis mehr sehen) und dazu dann mehrheitlich Hühnchen oder auch mal einen Fisch. 

Zum Mittag boten die unzähligen Restaurants ein günstiges Essen für fünf bis sechs Dollar an, bestehend aus der Suppe des Tages (wobei ich eher von einem Eintopf sprechen würde) sowie eines Hauptganges und einem Saft als Getränk. Beim Hauptgang konnte man dann aus zwei Gerichten wählen, Hähnchen war als Auswahlmöglichkeit immer irgendwie dabei und manchmal auch, wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt und was gleichzeitig eins unserer Highlights war, Spaghetti Bolognese. Wir hatten erst gedacht, dass die Spaghetti extra für die europäischen Touristen auf die Karte gesetzt wurden, aber die Einheimischen bestellten das durchaus auch. Das Mittagsangebot für schmales Geld ist übrigens typisch ecuadorianisch, die Restaurants waren immer voll. Ab 17 Uhr ist es dann üblich, einen Snack an einer der vielen Garküchen zu sich zu nehmen. Bedeutet, dass an einem zentralen Platz in der Stadt die einheimischen Frauen ihre Außenküche aufbauen und kochen. Auf Galápagos gab es als "Snack" dann hochkalorische Empanadas (frittierte Teigtaschen mit Füllung, siehe Foto oben links) und auch gegrillte Innereien. Ersteres haben wir mit Hähnchen- und als vegetarische Alternative mit Käsefüllung gegessen, auf Letzteres haben wir dankend verzichtet. Zum Nachtisch wurde dann Horchata gereicht, ein flüssiger, und somit trinkbarer, Milchreis mit Zimt. Sehr lecker, aber in Summe auch sehr sättigend. Wir waren an dem Abend um 17 Uhr nach Empanadas und Horchata fertig mit Essen für den Tag, wie Ecuadorianer dann um 22 Uhr nochmal ein richtiges Abendessen zu sich nehmen können, ist mir schleierhaft.

Schwierig war, wie wir in früheren Beiträgen zu Galápagos auch schon erwähnt haben, die Unsicherheit bezüglich des Leitungswassers. Das ist in Ecuador ja nicht trinkbar und jeder Einheimische empfahl uns, auf keinen Fall Salat zu essen und nur gut gegarte oder frittierte Gerichte zu uns zu nehmen. Für uns als halbe Vegetarier und auch Personen, die eher auf Frittiertes verzichten, war dies schon ein großer Einschnitt und hat auch die Reisefreude ein wenig getrübt. Wir waren sogar so vorsichtig, dass wir das Salatblatt und die Tomate vom Burger genommen und selbstverständlich die Beilagensalate, die es zu jedem Hauptgericht gab, stehen gelassen haben, auch wenn sie noch so gut aussahen. Genützt hat es alles nichts, krank geworden sind wir ja trotzdem. Wobei ich nach wie vor davon ausgehe, dass es sich um einen Virus und keine Lebensmittelvergiftung gehandelt haben muss, da wir im Hostel alle reihum krank gewesen sind. Nun gut, es werden noch Ziele auf der Reise kommen, die ähnlich gelagert sind, ich bin gespannt, wie wir das dann alles meistern.

Um den Beitrag aber mit etwas Gutem zu beenden, erwähne ich an dieser Stelle noch zwei kulinarische Highlights. Eins ist typisch für Galápagos und das andere eher weniger. Dass Guaven vor 80 Jahren eingeschleppt wurden und sich explosionsartig, speziell auf der Insel Isabela, vermehrt haben, hatte ich ja im vorherigen Beitrag schon erwähnt. Wir können vollkommen nachvollziehen, dass die Früchte nun die Lieblingsspeise der Schildkröten sind, sie sind nämlich einfach nur lecker. Schön, dass man die Guaven auf Galápagos für so ziemlich alles verwendet, vom Softeis, welches wir uns nach unseren sportlichen Aktivitäten beinahe täglich als Belohnung gegönnt haben, bis hin zur Marmelade, die wir selbstverständlich mit nach Hause genommen haben und nun fleißig essen, war alles dabei. Das zweite Highlight war das Pad Thai mit Tofu , das ein Restaurant in Puerto Ayora anbot. Wie Ihr dem Gericht jetzt wahrscheinlich schon entnehmen konntet, handelte es sich hierbei um ein asiatisches und auch vegetarisches Gericht (im Bild übrigens in der Mitte rechts). Da wir fast drei Monate auf gute asiatische Gerichte, und ich meine hierbei nicht das Essen, das es typischerweise bei uns beim Chinesen gibt, verzichten mussten, war dies gefühlt der Himmel auf Erden. Nicht umsonst waren wir glatt drei Mal in dem Restaurant und haben immer das Gleiche bestellt. Ich glaube, wir können uns jetzt schon auf Thailand freuen, welches wir sehr wahrscheinlich im zweiten Reiseabschnitt besuchen werden.

Guten Hunger und bleibt gesund, der nächste Bericht folgt sicherlich morgen. :-)


(veröffentlicht am 24.05.2022)

Oh, ich hatte Euch...

... im letzten Bericht vom 24.05. einen weiteren für den folgenden Tag angekündigt. Mmh, das hat wohl nicht ganz geklappt. Hier dann nun noch unsere überfällige Zusammenfassung des wirklich grandiosen Ausflugs zu "Los Tuneles".

Los Tuneles sind Steinformationen beziehungsweise Tunnel, die vor Millionen von Jahren durch ins Wasser fließende und sich dort erhärtende Lava zustande gekommen sind. Über der Wasseroberfläche sehen die Tunnel schon spektakulär aus, unter Wasser bieten sie so manch einem Meeresbewohner Schutz und Schnorchlern paradiesische Bedingungen. Aber eins nach dem anderen. Wir hatten die spätere Tour um 11 Uhr gebucht, es wäre auch ein Schnellboot um 7 Uhr herausgefahren, aber da morgens das Wetter auf den Inseln oft eher bedeckt ist und die Sonne erst mittags herauskommt, haben wir bewusst die spätere Abfahrtszeit gewählt, da bei Sonne die Sicht unter Wasser meistens besser ist. Der Ausflug stand ganz im Zeichen des Schnorchelns, es war klar, dass wir circa eineinhalb Stunden mit unserem Führer im Wasser sein werden. Davor hatte ich durchaus Respekt, so lange war ich schließlich noch nie am Stück geschnorchelt, aber was soll's. Wenn man was erleben will, muss man auch mal seine Grenzen austesten und Dinge probieren. Neu war für uns auch, dass wir mit Neoprenanzügen ins Wasser gegangen sind. Das war bei der Dauer aber auch dringend vonnöten, da das Wasser mit 18 Grad durchaus kalt war und man ohne die Anzüge die Tour auf keinen Fall durchgehalten hätte. 

Pünktlich um elf Uhr war unsere Reisegruppe komplett, zwölf Personen waren es an der Zahl. Dann hieß es zunächst Neoprenanzüge und Flossen anprobieren - Umkleidekabine? Fehlanzeige. Macht nichts, wir haben uns einfach im Raum mit allen anderen ausgezogen und die Anzüge anprobiert. Gut, dass man seine Badesachen darunter anbehalten kann. :-) Um viertel nach elf waren alle mit Equipment versorgt und es ging los. Wir wurden zunächst zum Hafen gebracht und dann ging es per Speedboat circa 40 Minuten südwestlich an der Küste entlang. Unser Führer hat uns auf der Fahrt schon darauf vorbereitet, was uns in Los Tuneles alles an Tieren erwartet - Pinguine, Blaufußtölpel an Land, Fische, Mantarochen, Schildkröten, Haie und mit etwas Glück auch Seepferdchen unter Wasser. A propos Glück, meistens hat im Leben ja alles seinen Sinn. Unser Führer erzählte uns, dass in der Vorwoche alle Ausflüge aufgrund von schlechter Sicht und zu hohem Wellengang abgesagt werden mussten und er sich für uns freut, dass das Wetter sich gebessert hat. Zur Erinnerung: Eigentlich wollten wir schon in genau ebendieser Vorwoche auf Isabela sein und der Schnorcheltour beiwohnen, mussten aber ja wegen unserer Magen-Darm-Infektion alles um eine Woche nach hinten schieben. Jetzt könnte man fast sagen, alles richtig gemacht!

An den Tunneln angekommen, gingen wir zunächst an Land. Begrüßt wurden wir von einem Gálapagos-Pinguin (es handelt sich übrigens hierbei um die einzige Pinguinart der nördlichen Hemisphäre) und von zahlreichen Blaufußtölpeln. Diese haben, wie der Name schon sagt, knallblaue Füße. Die Farbe kommt durch die carotinhaltige Nahrung (also durch Fische) zustande und wenn so ein Tölpel mal zwei Tage nichts isst, dann verblassen seine Füße direkt. Die Weibchen sind übrigens größer und schwerer als die Männchen und haben eine dunklere Iris. Wir sind zu einer sehr günstigen Zeit auf Galápagos gewesen, denn es wurde gebalzt, was das Zeug hält. Das war lustig anzusehen, denn die Männchen tippelten gefühlt stundenlang auf der Stelle auf und ab und versuchten durch ihren Tanz das Weibchen zu beeindrucken. Nachdem wir dann ein paar Fotos und Videos gemacht hatten, zogen wir flugs die Neoprenanzüge und unsere Flossen an und dann ging es ab ins Wasser. Schönerweise klarte der bis dahin etwas bedeckte Himmel genau in dem Moment auf und die Sicht unter Wasser verbesserte sich schlagartig. Unser Führer schwamm voran und lotete die besten Stellen für Tierbeobachtungen aus. Und wir hatten mit fast allem Glück. Wir wurden beim Schnorcheln von einem riesigen Schwarm Babyhaie begleitet (es ist fast ein wenig gruselig, wenn man um sich herum nur Haie sieht und es keinen Ausweg gibt, aber auch das lernt man auf Reisen: Man muss einfach mal anderen trauen und wenn unser Führer kein Problem darin sieht, mit Haien zu schnorcheln und dies auch jeden Tag tut, dann wird es wohl nicht gefährlich sein). So zumindest die Theorie in meinem Kopf. ;-) Passiert ist tatsächlich nichts, die Haie waren durchaus friedlich. Sehr beeindruckend waren auch die über 100 Jahre alten Schildkröten, die wir unter Wasser gesehen haben sowie ein zwei Meter großer Mantarochen. Die Tierwelt auf den Galápagos-Inseln toppt einfach alles! Einzig die Seepferdchen ließen sich nicht blicken, auch wenn unser Führer noch so bemüht war, sie für uns zu finden. Macht nichts, wir waren auch so hochgradig zufrieden mit dem Ausflug. Nach anderthalb Stunden ging es dann bibbernd wieder an Bord, trotz des Neoprenanzugs wurde einem irgendwann doch ganz schön kalt. Gut, dass ein heißer Tee, Handtücher sowie ein spätes Mittagessen auf uns warteten. Mit vielen tollen Eindrücken und einem gut gefüllten Magen ging es dann wieder nach Hause. Gekostet hat uns der Spaß inklusive der Neoprenanzüge, Flossen, Schnorchel und Verpflegung 145 Dollar pro Person. Das war aus unserer Sicht das mit am besten angelegte Geld bislang!

Am Folgetag ging es dann schon wieder zurück nach Santa Cruz, hier wartete dann auch noch der ein oder andere Ausflug auf uns, der Bericht folgt in Kürze. Bis dahin, bleibt gesund!


(veröffentlicht am 30.05.2022)

Nach dem kurzen, viertägigen Ausflug...

... nach Isabela hatte Santa Cruz uns wieder. Die letzten beiden noch verbleibenden Tage auf den Galápagos-Inseln wollten wir dann bis zum Schluss auskosten und hatten uns noch Ausflüge vorgenommen (so etwas wie Packen kann man ja immer noch kurz vor knapp und auf dem Rückflug nach Deutschland kam es eh nicht mehr darauf an, effizient unterwegs zu sein).

Da uns die vorherige Mountainbike-Tour so gut gefallen hatte, haben wir uns am Freitag kurzerhand wieder für 10 Dollar Fahrräder gemietet und sind dieses Mal in Richtung "Highland View Galápagos" gefahren. Dabei handelt es sich um eine privat geführte Ranch, die einen Rundweg mit diversen Stationen wie Schaukeln oder Tiere anbietet, und eine spektakuläre Aussicht auf die Bergwelt und das Meer hat. Die 14 Kilometer bergauf haben wir dieses Mal recht locker in einer Stunde geschafft. An der Ranch angekommen hat uns die Tochter des Besitzers zunächst freundlich begrüßt und Bananen angeboten, weil wir ja schließlich sportlich den Weg zu ihnen gefunden hatten. Nachdem wir dankend abgelehnt und einen kleinen Obolus an Eintritt dagelassen haben, wurde uns eine Karte des Geländes in die Hand gedrückt und wir starteten mit dem insgesamt 12 Stationen umfassenden Parcours. 

Und direkt die erste Station des Weges hatte es in sich und war auch DAS Highlight des Tages. Etwas hinter dem Haus befanden sich zwei riesige Schaukeln mit Blick über den Hang hinaus aufs Meer. Es erforderte schon einige Überwindung, auf die Schaukeln zu steigen, denn beim Absprung (ja, richtig gelesen, man musste mit den Schaukeln viel Schwung holen und von einer kleinen Anhöhe abspringen) sah man nur Büsche und Baumkronen und wusste nicht, was sich dahinter, also am höchsten Punkt des Schaukelns verbarg. Ins Nichts zu schaukeln und erst am höchsten Punkt zu wissen, dass sich unter einem der Abhang und die Baumkronen erstrecken, war schon ein kleines Abenteuer. Zugegebenermaßen habe ich mich auch erst im zweiten Anlauf getraut, aber es hat sich gelohnt, die Aussicht am höchsten Punkt war spektakulär! 

Der Rundweg auf dem Gelände der Ranch war durchaus auch auf Familien ausgerichtet, weitere Stationen beinhalteten das Füttern von Tieren (unter anderem mit Pumba, dem Warzenschwein, hat Jens sich ordentlich angefreundet), einen Lavatunnel, eine historische Zuckerrohrpresse, mit Hilfe derer man sich den Zuckerrohrsaft selbst herstellen konnte, eine weitere Schaukel mitten im Dschungel sowie allerlei Informationen zur Flora der Region. Kurzum, ein sehr gelungener Ausflug. Nach anderthalb Stunden waren wir mit dem Rundweg durch, es hat uns sehr gut gefallen und wir würden jederzeit wiederkommen.

Abends stand dann noch ein gemeinsames Abendessen mit Ruben und Natalie auf dem Programm, wir hatten die beiden für ihre ganzen Mühen und wirklich enorme Gastfreundlichkeit zum Essen eingeladen. Wir sind uns sicher, wir sehen uns in Europa, wenn die beiden mit ihrem Sohn nach Zürich gezogen sind, wieder!

Am Samstag machten wir einen halbtägigen Ausflug mit dem Schnellboot auf die unbewohnte Insel North Seymour, auch hier haben wir wieder zahlreiche Blaufußtölpel, aber auch Fregattvögel mit ihren beeindruckenden roten Kehlsäcken, gesehen. Highlight aber war das Schnorcheln mit Baby-Seelöwen, diese waren überhaupt nicht scheu, sondern freuten sich, mit uns Menschen spielen zu können. Als dann aber einer sehr energisch an meiner Schwimmflosse zog, so dass ich mit dem Schwimmen sehr stark dagegen halten musste, um nicht unter Wasser gezogen zu werden, wurde es mir persönlich doch etwas unheimlich und ich brach das Schnorcheln ab. Zudem hatten wir vom Wetter her keinen guten Tag erwischt, so dass es im Wasser sehr schnell kalt wurde. Zum Abschied stupste mich der Seelöwe dann noch einmal am Knie an und widmete sich darauf einem anderen Schnorchler. Wieder an Land war es aber dennoch interessant und beeindruckend, die anderen Schwimmer mit den unzähligen Seelöwen zu beobachten, Mensch und Tier waren im Einklang und hatten sichtlich Spaß miteinander. Dieses Bild bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis und war ein schönes Ereignis zum Schluss unseres Aufenthalts.

Am Sonntag dann hieß es mit einem lachenden und weinenden Auge Abschied nehmen von den unglaublichen Galápagos-Inseln und auch von Ruben, unser Aufenthalt war ein rundum stimmiges und tolles Erlebnis. Nun hieß es, die nächsten 30 Stunden inklusive zweier Zwischenstopps in Quito und Madrid gut zu meistern. Aber wie Ihr ja schon alle wisst, wir, und auch unser Gepäck, sind gut in Deutschland angekommen (nochmals ein riesiges Dankeschön an Philipp, der so lieb war, uns aus Düsseldorf abzuholen). Jetzt genießen wir erstmal die Tage zu Hause, bevor es uns dann am 26. Juli in Richtung Brasilien verschlägt. Wir melden uns, bleibt gesund!


(veröffentlicht am 09.06.2022)